Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
XLIII
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Giovanni Boccaccio. Xinii

fern Pizzo in Calabrien, wo er indeß von dem Abte, sei-nem Freunde Niccol'o di Montefalcone, höchst ungastlichausgenommen ward, wie er in einem ungedruckten Briefediesem vorwirft i). Schon glaubte man, er habe dasOrdensgewand der Karthauser genommen war diesaber auch voreilig, so scheint er doch, wie besonders ausder erwirkten Dispensation wegen seiner unehelichen Ge-burt erhellt, geistliche Weihen erhalten zu haben').

So große Pietät auch Boccaccio für den gelehrtenSänger der Laura hegte, so hatte dessen oben erwähnterBrief in keiner Art vermocht, seine Verehrung für Dantezu schmälern, die er schon um die Mitte des Jahrhun-derts durch seine Lebensbeschreibung des Dichters bekundet.Wieder und immer wieder warf er den Florentinern dieSchmach ihrer Undankbarkeit gegen den größesten ihrerMitbürger vor, und endlich, am 9. August 1373, wurdebeschlossen, zu Gunsten Derer,die zu den Tugenden auf-zustreben wünschten", einen Lehrstuhl für die Erklärungvon Dante's göttlicher Komödie zu errichten,aus welcherauch die Nichtgelehrten unterwiesen werden könnten, sowoldie Laster zu meiden und gute Sitten zu erwerben, alsauch die Zierde der Beredtsamkeit zu erlernen." Sonn-tags den 3. October (es muß heißen, den 23. October)begann Boccaccio, dem gegen ein Jahrgeld von 100 Gold-gülden dieser ehrenvolle Auftrag ertheilt war, in der KircheSan Stefano seine öffentlichen Erklärungen *). Nichtallein aber mußte er Schmähungen und Spott erfahren,daß er es unternommen, das erhabne Gedicht dem gro-

ll öaiciettr, p. 195. 96. 383.

2 ) Bottari's Vorrede zu den Novellen des Franco Sac-chetti, Silvestrische Ausg. p. 19.

s) Laiüe/L, p. 164. 65, veral. mit I>. 1327

5D». 88.

1) Chronik des itkvnaicki in den Anmerk, der Deputat! zumDckameron p. 39.