XXXVI
Giovanni Boccaccio.
sein möge, so hatte sie für Florenz geringen Erfolg, dadie Stadt sich nach hochfahrenden Worten durchaus demWillen des Kaisers fügte').
Am 20. August >36!; begab Boccaccio sich abermalsim Aufträge der Republik nach Avignon, diesmal um dieGunst Urban's V., der Florenz einen großen Theil derSchuld an dem Fortbestehen des Unwesens der Condottieri-banden beimaß'), wiederzugewinnen. Seine nahe Verbin-dung mit Petrarca bereitete Boccaccio bei Manchen, na-mentlich bei dem Patriarchen Philipp von Cabassolles,freundlichen Empfang "). Seine Gesandtschaftsberichte sahennoch die Verfasser des Crusca in dem Archiv der Riforma-gioni; gegenwärtig sind sie verloren. Gegen Ende desJahres kehrte er über Genua') zurück, von wo er dem da-mals in Pavia weilenden Petrarca schrieb ^). Auch eineNachricht über die Tagegelder, die Boccaccio wahrend die-ser Gesandtschaft bezog, ist auf uns gekommen; sie betru-gen zwei Goldgülden täglich.
Ein drittes Mal reiste Boccaccio im November 1367zum Papst, und zwar wieder zu Urban V.; diesmal abernicht nach Avignon, sondern nach Rom, wohin dieserKirchensürst sich das Jahr zuvor, freilich nur auf kurzeZeit, begeben hatte °).
Noch sind mehre Besuche zu erwähnen, die Boccaccio
i) Darüber spottet Boccaccio selbst in der siebenten und neun-ten seiner Erlogen. Wergl. die Erläuterungen bei Mmni, p. 59.
2 > Wergl. x. 124.
S) /'etrai ca, Hpist. «en. V. 1.
4) Wergl. Boccaccio's Erläuterung zu seiner 13ten Erlöge, indem Briefe an den Maestro Martina da Signa bei Murni, p. 61.
5) Petrarca, 1ss>. sen. I. e.
L) ittanirr, p. 40. MaLLiiclrettr , p. 1326 IXro. 71 — 81.LatäkM, p. 190 — 92. Diese Schriftsteller lassen Boccaccio aufseiner Rückkehr von dieser Reise nach Genua kommen Wie irrigdies aber ist, ergibt sich daraus, daß Urban seit dem 16. Dctoberin Rom weilte.