Giovanni Boccaccio.
XXXIII
Boccaccio's Abreise wandte er sich nach Constantinopel,durch den Vergleich mit dessen Herrlichkeiten er stets be-müht gewesen war, Italien herabzusetzen. Kaum dortangelangt, versank er in tiefes Elend und beschwor Pe-trarca, ihm die Rückkehr zu ihm zu gestatten. Zwar wei-gerte sich dieser, doch auch ungerufen schiffte sich derGrieche im Geleite weiterer Manuscripte (des Sophoklesund Euripides) wieder ein; im Adriatischen Meere indeßentlud ein schweres Gewitter sich über dem Schiffe, undein Blitzstrahl tödtete von Allyn, die sich darauf befanden,den Einen Leontius. Nachricht von diesem Allen gibtPetrarca dem Freunde Boccaccio in mehren Briefen ').
Mehrfach klagt Petrarca, daß Glück und Freude mitdem Freunde von ihm geschieden seiend; bis zum Todeaber besprachen sich Beide in ausführlichem Briefwechselüber die Dinge, die ihnen jedes Mal zumeist am Herzenlagen. Bald vertraut Petrarca dem Freunde das langeund sorgsam geheimgehaltene Alter ^), bald gesteht er seineFreude, das vielgefürchtete 63ste Jahr überstanden zu ha-ben bald weist er den guten Rath, in seinen alten Ta-gen sich Ruhe zu gönnen, nicht ohne Empfindlichkeit zu-rück^), bald beschwert er sich in langen Deklamationenüber die ihm entzogene Anerkennung und dankt dannziemlich vornehm, und als ob die ganze Sache ihm gleich-gültig sei, für die von Boccaccio verfaßte Apologie ^), baldendlich beantwortet und widerlegt er des Freundes herbeKlagen über das karge Loos, das ihm zu Theil geworden ').
1) Senil. III. 5. V. 4. in I. VI. 1.
2) Senil. III. 1. XIV. 8.
3) Senil. VIII. 1. (vom 20. Juli 1366.)
4) Senil. VIII. 8. (vom selben Tage 1367.).
5) Senil. XVI. 1. 2. Bergt. De Sade, NeberseH. III. 885>.86. 98. Der Brief ist vermuthlich aus Petrarcas letztem Lebens-jahre.
«) Senil. II. I. XIV. 8. Lalclettr, p. 210.
7) Senil.
*4- Z