Giovanni Boccaccio-
XXXI
holt fordert er den mit steten Geldverlegenheiten Kämpfenden auf, ganz zu ihm zu ziehn, und eine die Sorgen umRückzahlung tadelnde Aeußerung Petrarca's zeigt uns, daßer dem Boccaccio auch nicht unbeträchtliche Darlehen ge-macht hatte'). Im April 1351 ging Boccaccio nachPadua, um Petrarca, dem die bei der Verbannung seinesVaters consiscirten Güter zurückgegeben waren °), nun imNamen des Staates um seine Rückkehr nach Florenz zu bitten.In einem ungedruckten Briefes schildert Boccaccio uns mitlebendigen Farben die schönen Tage, die er bei dem hoch-verehrten Freunde in wissenschaftlicher Thätigkeit und inbegeisterten Gesprächen über Italiens alte Glorie und dieBestrebungen, das Vaterland aus seiner jetzigen Erniedri-gung wieder zu erheben, verlebte. Die Hoffnung indeß,das Ziel seiner Gesandtschaft erreicht zu haben, erwies sichbald als ungegründet H. Zwölf Jahre später finden wirBoccaccio noch einmal in Venedig bei seinem berühmtenGastfreunde, bei dem er drei glückliche Monate lang, der umjene Zeit Italien verheerenden Pest entrückt, in Studienund Erholung weilte °). Hier fanden sich der venetianischcCanzler Benintendi de' Ravignani und der gelehrteDonato d'Albanzani') aus Pratovecchio (Appenini-
1) Lpiat. senil. I. 4. p. 745.
2) LaickeM, p. 109.
3) Lolüelir, p. 110.
4) Das Antwortschreiben Petrarca's steht Lpi-a. vor. 4. Ba-seler Ausg. p. 976.
5) Einen dritten Aufenthalt Boccaccio's bei Petrarca in Mai-land (1358) erwähnt De Sade, Uebers. III. 572—74. Bal-delli p. 129. 30 verseht ihn in das folgende Jahr. Bon die-sem Besuche handelt Boccaccio's fünfzehnte Ecloge, Alaniri,p. 61 . 62 . Die Einladung Petrarcas steht Lxist. IX. 5. Gen-fer Ausg.
' k) Petrarca, Lpist. sen. III. 1 (bald nach Boccaccio's Abreisevom 7. September datirt) und 2 (vom 20. desselben Monats).
7) Ihm widmete Boccaccio später seine Ecloge» durch diescchszehnte derselben. ü/E,/, p. 62.