Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
XXIX
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Giovanni Boccaccio.

XXIX

Jahren die Zueignung des Buches von den berühmtenFrauen an Niccola's Gemahlin Andrea d'Altavilla beweist.Schon frühe scheint indeß dies Verhältnis getrübt zu sein.Ein mit Absicht rathselhaft geschriebener') und von demHerausgebers gar nicht verstandener Brief, der sicher aussehr früher Zeit datirt und ein wunderliches Gemisch bar-barischen Lateins und vermuthlich jüngst erlernter griechischerBrocken bietet, schilt den Empfänger wegen eines Verra-thes, den er an dem Schreiber geübt, und besonders weiler dem Acciajuoli ein ihm anvertrautss Geheimnis mit-getheilt habe. Ein gleichfalls von Ciampi') herausgege-bener Brief an Zanobi da Strada, der seit 1352 unterAcciajuoli's Macenat in Neapel weilte (vom April 1353 ),enthalt lüttere Klagen über die geringschätzige Kargheit desehrgeizigen Höflings, der neben Jagdhunden und Spaß-machern auch eine Anzahl Gelehrte fütterte, damit sie seineThaten beschrieben und seine Großmuth in alle Welt ver-kündeten, und läßt abschreckende Blicke in ein den mensch-lichen Gefühlen verschlossenes Herz thun.

Wenn wir Boccaccio von der Mitte des Jahrhundertsan mit kurzen Unterbrechungen in Florenz heimisch finden,so ist es keinesweges die Vorliebe für den Wohnort seinesVaters, welche ihn hier sesthält. Schon in der Fiammettasagt die Geliebte, um so geringeren Grund habe er, sie zuverlassen, als er, wie sie wohl wisse, gegen seine Vaterstadtentschiedene Abneigung hege. In dem eben erwähnten

1)ttatagrapliavi obseure".

2) (trampi, KIvnuin. >>. 27781.

3)4eich«:<1i." ries ist Stahl, .4cciajo. Bergl. indes LeSaris Uebers. III. 544. Die Indiskretion bezog sich auf einenballiger gnieiti»,». Unter jenen von Ciampi gedruckten Briefenist einer (S. 283) mit der Anrede: Navorti» miles ex (sie)trenue, vermuthlich an einen Colonnesen in Avignon. Der Schrei-ber bewirbt sich darin um die Gunst des Empfängers. Vielleichtgeschah dies hinter Acciajuoli's Rücken, dem der in jenem anderenBriefe Angeredete das Geheimnis verrieth.

4) Nonum. p. 72.81.