nunft sich selbst, und was sie will, nicht versteht, sondern lieberschwärmt, als sich, wie es einem intellektuellen Bewohner einerSinnenwclt geziemt, innerhalb den Grenzen dieser eingeschränkt zuhalten. Daher kommt das Ungeheuer von System des Laokiunvon dem höchsten Gut, das im Nichts bestehen soll: d. i. imBewußtsein, sich in den Abgrund der Gottheit, durch das Zusam-menfließen mit derselben und also durch Vernichtung seiner Per-sönlichkeit, verschlungen zu fühlen; von welchem Zustande die Vor-empsindung zu haben, Sinesische Philosophen sich in dunkeln Zim-mern, mit geschlossenen Augen anstrcngen, dieses ihr Nichts zudenken und zu empfinden. Daher der Pantheismus (der Ti-betaner und anderer östlichen Völker), und der aus der meta-physischen Sublimirung desselben in der Folge erzeugte Spino-zismus; welche beide mit dem uralten Emanationssystemaller Menschcnseelen aus der Gottheit (und ihrer endlichen Resorp-tion in ebendieselbe) nahe verschwistert sind. Alles lediglich darum,damit die Menschen sich endlich doch einer ewigen Ruhe zu er-stellen haben möchten, welches denn ihr vermeintes seliges Endealler Dinge ausmacht; eigentlich ein Begriff, mit dem ihnen zu-gleich der Verstand ausgeht und alles Denken selbst ein Ende hat.
Das Ende aller Dinge, die durch der Menschen Hände gehen,ist, selbst bei ihren guten Zwecken Thor heit: das ist, Gebrauchsolcher Mittel zu ihren Zwecken, die diesen gerade zuwider sind.Weisheit d. i. praktische Vernunft in der Angemessenheit ihrerdem Endzweck aller Dinge, dem höchsten Gut, völlig entsprechen-den Maaßregeln, wohnt allein bei Gott; und ihrer Idee nur nichtsichtbarlich entgegenzuhandeln, ist das, was man etwa mensch-liche Weisheit nennen könnte. Diese Sicherung aber wider Thor-heit, die der Mensch nur durch Versuche und öftere Veränderungseiner Plane zu erlangen hoffen darf, ist mehr „ein Kleinod,welchem auch der beste Mensch nur nachjagen kann, ob er es etwaergreifen möchte;" wovon er aber niemals sieb die eigenliebige
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