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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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Das Ende aller Dinge-

Ende und zwar ein schreckliches Ende zu machen, die einzige derhöchsten Weisheit und Gerechtigkeit (dem größten Theil der Menschennach) anständige Maaßregel sei. Daher sind auch die Vor-zeichen des jüngsten Tages, (denn wo laßt es eine durchgroße Erwartung erregte Einbildungskraft wohl an Zeichen undWundern fehlen?) alle von der schrecklichen Art. Einige sehen siein der überhandnehmendcn Ungerechligkeit, Unterdrückung der Armendurch übermüthige Schwelgerei der Reichen, und dem allgemeinenVerlust von Treu und Glauben; oder in den an allen Erdendensich entzündenden blutigen Kriegen u-s. w., mit einem Worte, andem moralischen Verfall und der schnellen Zunahme aller Laster,sammt den sie begleitenden Uebeln, dergleichen, wie sie wähnen, dievorige Zeit nie sah. Andere dagegen in ungewöhnlichen Natur-veränderungen, an den Erdbeben, Stürmen und (Überschwemmungen,oder Kometen und Luftzeichen.

In der That fühlen, nicht ohne Ursache, die Menschen dieLast ihrer Existenz, ob sie gleich selbst die Ursache derselben sind.Der Grund davon scheint mir hierin zu liegen. Natürlicher Weise

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gcndcn bald verdrängt zu werden. 2) Als ein Zuchthaus; welcher Mei-nung die Brahmanischen, Tibetanischen und andere Weisen des Orients, (auchsogar Plato) zugethan sind: ein Ort der Züchtigung und Reinigung gcfallner,aus dem Himmel verstoßener Geister, jetzt menschlicher oder Thier-Seelen.3) Als ein Tollhaus: wo nicht allein Jeder sür sich seine eigenen Absichtenvernichtet, sondern Einer dem Anderen alles erdenkliche Herzeleid zufügt, undobenein die Geschicklichkeit und Macht, das thun zu können, sür die größteEhre halt. Endlich 4) als ein Kloak, wo aller Unrath aus anderen Wel-ten hingebannt worden. Der letztere Einfall ist auf gewisse Art originell, undeinem Persischen Witzling zu verdanken, der das Paradies, de» Aufenthalt desersten Menschenpaars, in den Himmel versetzte, in welchem Garten Baumegenug, mit herrlichen Früchten reichlich versehen, anzutrcffe», deren Ucberfluß,nach ihrem Genuß, sich durch unmerklichc Ausdünstung verlor; einen einzigenBaum mitten im Garten ausgenommen, der zwar eine reizende, aber solcheFrucht trug, die sich nicht ausschwitzen ließ. Da unsere ersten Eltern sich nungelüsten ließen, ungeachtet des Verbots, dennoch davon zu kosten; so war, da-mit sie den Himmel nicht bcschmuzten, kein anderer Rath, als daß einer derEngel ihnen die Erde in weiter Ferne zeigte, mit den Worten:das ist derAbtritt für das ganze Universum", sic sodann dahin führte, um das Benö-thigte zu verrichten, und darauf mit Hinterlassung derselben zum Himmel zu-rückflog. Davon sei nun das menschliche Geschlecht auf Erden entsprungen.

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