Vom Dienst u. Asterdienst unter d. Herrschaft rc. Allgem. Anm. 38?
hält etwas Großes, die enge, eigenliebige und unvertragsame Den-kungsart der Menschen, vornehmlich in Religionssachen, zur Ideeeiner weltbürgerlichen moralischen Gemeinschaft Erweiterndesin sich, und ist ein gutes Mittel, eine Gemeinde zu der daruntervorgestellten sittlichen Gesinnung der brüderlichen Liebe zu beleben.Daß aber Gott mit der Celebrirung dieser Feierlichkeit besondereGnaden verbunden habe, zu rühmen, und den Satz, daß sie, diedoch blos eine kirchliche Handlung ist, doch noch dazu ein Gna-denmittel sei, unter die Glaubensartikel aufzunehmen, ist ein Wahnder Religion, der nicht anders, als dem Geiste derselben gerade ent-gegen wirken kann. — Pfaffenthum also würde überhaupt dieusurpirte Herrschaft der Geistlichkeit über die Gemüther sein, dadurch,daß sie, im ausschließlichen Besitz der Gnadenmittel zu sein, sich dasAnsehen gäbe.
Alle dergleichen erkünstelte Selbsttäuschungen in Religionssachenhaben einen gemeinschaftlichen Grund. Der Mensch wendet sich ge-wöhnlicher Weise unter allen göttlichen moralischen Eigenschaften, derHeiligkeit, der Gnade und der Gerechtigkeit, unmittelbar an die zweite,um so die abschreckende Bedingung, den Forderungen der elfteren ge-mäß zu sein, zu umgehen. Es ist mühsam, ein guter Diener zusein, (man hört da immer von Pflichten sprechen;) er möchte daherlieber ein Favorit sein, wo ihm Vieles nachgesehen, oder, wennja zu gröblich gegen Pflicht verstoßen worden, Alles durch Vermit-telung irgend eines im höchsten Grade Begünstigten wiederum gutgemacht wird, indessen daß er immer der lose Knecht bleibt, der erwar. Um sich aber auch wegen der Thunlichkeit dieser seiner Ab-sicht mit einigem Scheine zu befriedigen, trägt er seinen Begriff voneinem Menschen (zusammt seinen Fehlern), wie gewöhnlich, auf dieGottheit über, und sowie auch an den besten Oberen von un-serer Gattung die gesetzgebende Strenge, die wohlthätige Gnadennd die pünktliche Gerechtigkeit nicht, (wie es sein sollte,) jede ab-gesondert und für sich zum moralischen Effect der Handlungen des
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