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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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38 t Religion inner!), d. Grenzen d. blosen Vernunft. IV. Stück.

gewissen Zwecken bedarf, aber bei Weitem nicht Jedermann diesesMittel, (in und eigentlich mit sich selbst, vorgeblich aber destoverständlicher mit Gott zu reden,) nölhig hat, vielmehr durchfortgesetzte Läuterung und Erhebung der moralischen Gesinnung da-hin gearbeitet werden muß, daß dieser Geist des Gebets allein inuns hinreichend belebt werde, und der Buchstabe desselben (wenig-stens zu unserem eigenen Behuf) endlich wegfallen könne. Denndieser schwächt vielmehr, wie Alles, was indirect auf einen gewis-sen Zweck gerichtet ist, die Wirkung der moralischen Idee, (diesubjectiv betrachtet Andacht heißt.) So hat die Betrachtung dertiefen Weisheit der göttlichen Schöpfung an den kleinsten Dingenund ihrer Majestät im Großen, so wie sie zwar schon von jehervon Menschen hat erkannt werden können, in neueren Zeiten aberzum höchsten Bewundern erweitert worden ist, eine solche Kraft,das Gemüth nicht allein in diejenige dahinsinkende, den Menschengleichsam in seinen eigenen Augen vernichtende Stimmung, die manAnbetung nennt, zu versetzen, sondern es ist auch, in Rücksichtauf seine moralische Bestimmung, darin eine seelencrhebende Kraft,daß dagegen Worte, wenn sie auch die des königlichen Beiers Da-vid, (der von allen jenen Wundern wenig wußte,) wären, wirleerer Schall verschwinden müssen, weil das Gefühl aus einersolchen Anschauung der Hand Gottes unaussprechlich ist. Daüberdem Menschen Alles, was eigentlich nur auf ihre eigene mora-lische Besserung Beziehung hat, bei der Stimmung ihres Gemüthszur Religion, gern in Hofdienst verwandeln, wo die Demüthigungund Lobpreisungen gemeiniglich desto weniger moralisch empfundenwerden, je mehr sie wortreich sind; so ist vielmehr nöthig, selbstbei der frühesten mit Kindern, die des Buchstabens noch bedürfen,

sondere Absicht, nämlich durch eine äußere, die Vereinigung allerMenschen im gemeinschaftlichen Wunsche des Reichs Gottes vorstellendeFeierlichkeit, jedes Einzelne» moralische Triebfeder desto mehr in Bewegungzu setzen, welches nicht schicklicher geschehen kann, als dadurch, daß man datzOberhaupt desselben, gleich ls ob os an diesem Orte besonders gegenwärtigwäre, anredet.

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