Vom Dienst u-Afterdienst unter d. Herrschaft rc. Allgem. Anm- 37S
wahre Bedeutung, nämlich eine dem Reich Gottes in uns undaußer uns sich weihende Gesinnung, zurückgesührt, kann selbstdurch die Vernunft in vier Pflichtbeobachtungen eingethcilt werden,denen aber gewisse Förmlichkeiten, die mit jenen nicht in nothwen-diger Verbindung stehen, corrcspondircnd bcigeordnet worden sind-,weil sie jenen zum Schema zu dienen und so unsere Aufmerksamkeitauf den wahren Dienst Gottes zu erwecken und zu unterhalten,von Alters her für gute sinnliche Mittel befunden sind. Sie grün-den sich insgeiammt auf die Absicht, das Sittlichgute zu befördern.
1) Es in uns selbst fest zu gründen, und die Gesinnung des-selben wiederholentlich im Gemüth zu erwecken, (das Privatgcbct.)
2) Die äußere Ausbreitung desselben, durch öffentliche Zu-sammenkunft an dazu geweihten Tagen, um daselbst religiöse Lehrenund Wünsche (und hiemit dergleichen Gesinnungen) laut werdenzu lassen und sie so durchgängig mitzuthcilen, (das Kirchengehen.)
3) Die Fortpflanzung desselben auf die Nachkommenschaft, durchAufnahme der neueintrctenden Glieder in die Gemeinschaft desGlaubens, als Pflicht, sie darin auch zu belehren, (in der christli-chen Religion die Taufe.) 4) Die Erhaltung dieser Ge-meinschaft durch eine wiederholte öffentliche Förmlichkeit, welchedie Vereinigung dieser Glieder zu einem ethischen Körper, undzwar nach dem Princip der Gleichheit ihrer Rechte unter sich unddes Antheils an allen Früchten des Mcralischguten fortdauerndmacht, (die Communion.)
Alles Beginnen in Religionssachcn, wenn man es nicht blosmoralisch nimmt, und doch für ein an sich Gott wohlgefälligmachendes, mithin durch ihn alle unsere Wünsche befriedigendesMittel ergreift, ist ein Fetisch glaube, welcher eine Uebcrrcdungist: daß, was weder nach Natur-, noch nach moralischen Ver-nunftgcsetzen irgend etwas wirken kann, doch dadurch allein schondas Gewünschte wirken werde, und dann mit diesem Glauben gewisseFörmlichkeiten verbindet. Sonst, wo die Ueberzeugung: daß Alleshier aus das Sittlichgute, welches nur aus dem Thun enlspringenkann, ankomme, schon durchgcdrungen ist, sucht sich der sinnliche