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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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368
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368 Religion innerh. d. Grenzen d. blosen Vernunft. IV Stück.

Dies ist aber nicht anders möglich, als, da sie nicht einerlei sind,eine müßte als Zweck, die andere blos als Mittel gedacht und vor-getragen werden. Die Tugcndlchre aber besteht durch sich selbst(selbst ohne den Begriff von Gott), die Gottseligkeitslehre enthaltden Begriff von einem Gegenstände, den wir uns in Beziehung aufunsere Moralität, als ergänzende Ursache unseres Unvermögens inAnsehung des moralischen Endzwecks verstellen. Die Gottseligkeiis-lehre kann also nicht für sich den Endzweck der sittlichen Bestrebungausmachen, sondern nur zum Mittel dienen, das, was an sich einenbesseren Menschen ausmacht, die Tugcndgcsinnung zu stärken; da-durch, daß sie ihr, (als einer Bestrebung zum Guten, selbst zurHeiligkeit,) die Erwartung des Endzwecks, dazu jene unvermögendist, verheißt und sichert. Der Tugcndbegriff ist dagegen aus derSeele des Menschen genommen. Er hat ihn schon ganz, obzwarunentwickelt, in sich, und darf nicht, wie der Religionsbegriff, durchSchlüffe herausvernünstelt werden. In seiner Reinigkeit, in derErweckung des Bewußtseins eines sonst von uns nie gemuthmaßtcnVermögens, über die größten Hindernisse in uns Meister werdenzu können, in der Würde der Menschheit, die der Mensch an seinereigenen Person und ihrer Bestimmung verehren muß, nach der er strebt,um sie zu erreichen, liegt etwas so Seelenerhebendes und zur Gott-heit selbst, die nur durch ihre Heiligkeit und als Gesetzgeber für dieLugend anbetungswürdig ist, Hinleitendes, daß der Mensch, selbstwenn er noch weit davon entfernt ist, diesem Begriffe die Kraft desEinflusses auf seine Maximen zu geben, dennoch nicht ungern damitunterhalten wird, weil er sich selbst durch diese Idee schon in ge-wissem Grade veredelt fühlt, indessen daß der Begriff von einem,diese Pflicht zum Gebote für uns machenden Wcltherrscher noch ingroßer Ferne von ihm liegt, und wenn er davon ansinge, seinenMuth, (der das Wesen der Tugend mit ausmacht,) Niederschlagen,die Gottseligkeit aber in schmeichelnde, knechtische Unterwerfung untereine despolischgebictende Macht zu verwandeln in Gefahr bringenwürde. Dieser Muth, auf eigenen Füßen zu stehen, wird nun selbstdurch die darauf folgende Versöhnungslehre gestärkt, indem sie, was

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