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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
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361
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Vom Dienst u. Afterdienst unter d. Herrschaft rc. II. Thl. tz. 3. 361

neter Beschäftigungen ausmachen, sie also überhaupt einen DienstGottes setzen. — Wenn nun beide verbunden sein sollen, so wirdentweder jede als unmittelbar, oder eine von beiden nur als Mittelzu der anderen, als dem eigentlichen Dienste GottcS, für die Artangenommen werden müssen, Gott wohlzugcfallen. Daß der mo-ralische Dienst Gottes (vkkeium liberum) ihm unmittelbar gefalle,leuchtet von selbst ein. Er kann aber nicht für die oberste Bedin-gung alles Wohlgefallens am Menschen anerkannt werden, (welchesauch schon im Begriff der Moralität liegt,) wenn der Lehndienst(okkoium Mkivenarium) als für sich allein Gott wohlgefälligbetrachtet werden könnte; denn alsdann würde Niemand wissen, wel-cher Dienst in einem vorkommenden Falle vorzüglicher wäre, umdas Urtheil über seine Pflicht darnach einzurichten, oder wie sie sicheinander ergänzten. Also werden Handlungen, die an sich keinenmoralischen Werth haben, nur sofern sie salsj Mittel zur Beförderungdessen, was an Handlungen unmittelbar gut ist, (zur Moralität)dienen, d. i. um des moralischen Dienstes Gottes willenals ihm wohlgefällig angenommen werden müssen.

Der Mensch nun, welcher Handlungen, die für sich selbst nichtsGott Wohlgefälliges (Moralisches) enthalten, doch als Mittel braucht,das göttliche unmittelbare Wohlgefallen an ihm und hiemit die Er-füllung seiner Wünsche zu erwerben, steht in dem Wahn des Besitzeseiner Kunst, durch ganz natürliche Mittel eine übernatürliche Wir-kung zuwegezubringen; dergleichen Versuche man das Zaubern zunennen pflegt, welches Wort wir aber, (da es den Ncbenbcgriffeiner Gemeinschaft mit dem bösen Princip bei sich führt, dagegenjene Versuche doch auch als übrigens in guter moralischer Absichtaus Mißverstände unternommen gedacht werden können,) gegen dassonst bekannte Wort des Fetischmach ens austauschen wollen.Eine übernatürliche Wirkung aber eines Menschen würde diejenigesein, die nur dadurch in seinen Gedanken möglich ist, daß er ver-meintlich auf Gott wirkt, und sich desselben als Mittels bedient, umeine Wirkung in der Welt hervorzubringen, dazu seine Kräfte, janicht einmal seine Einsicht, ob sie auch Gott wohlgefällig sein möchte,