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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
Seite
355
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Vom Dienst u. Aftcrdienst unter d. Hercschafttc. il.Thl. ß. 2. 355

nicht zum Religionsgrundsatze aufnehmen und bekennen, zur ewigenVerwerfung: wer ist alsdann hier wohl der Ungläubige ? der, welchervertraut, ohne zu w'ssen, wie das, was er hofft, zugehe, oder der,welcher diese Art der Erlösung des Menschen vom Bösen durchauswissen will, widrigenfalls er alle Hoffnung auf dieselbe aufgibt? —Im Grunde ist dem Letzter-n am Wissen dieses Geheimnisses so vieleben nicht gelegen, (denn das lehrt ihn schon seine Vernunft, daßetwas zu wissen, wozu er doch nichts thun kann, ihm ganz un-nütz sei;) sondern er will es nur wissen, um sich, (wenn es auchnur innerlich geschähe,) aus dem Glauben, der Annahme, demBekenntnisse und der Hochpreisung alles dieses Offenbarten einenGottesdienst machen zu können, der ihm die Gunst des Himmelsvor allem Aufwande seiner eigenen Kräfte zu einem guten Lebens-wandel, also ganz umsonst erwerben, den letzteren wohl gar über-natürlicher Weise hcrvorbringen, oder, wo ihm etwa zuwider ge-handelt würde, wenigstens die Uebcrtretung vergüten könne.

Zweitens: wenn der Mensch sich von der obigen Maximenur im Mindesten entfernt, so hat der Asterdienst Gottes (die Su-perstition) weiter keine Grenzen; denn über jene hinaus ist Alles,(was nur nicht unmittelbar der Sittlichkeit widerspricht,) willkühr-lich. Non dem Opfer der Lippen an, welches ihm am Wenigstenkostet, bis zu dem der Naturgüter, die sonst zum Vortheil derMenschen wohl besser benutzt werden könnten, ja bis zu der Auf-opferung seiner eigenen Person, indem er sich (im Eremiten-, Fakir-oder Mönchsstande) für die Welt verloren macht, bringt er Alles,nur nicht seine moralische Gesinnung Gott dar; und wenn er sagt,er brächte ihm auch sein Herz, so versieht er darunter nicht dieGesinnung eines ihm wohlgefälligen Lebenswandels, sondern einenherzlichen Wunsch, daß jene Opfer für die letztere in Zahlung möchtenausgenommen werden, (»Mio gratis anbvlaiis, mnlta agenllo nibilagens, /VrtteA/tt«.)

Endlich, wenn man einmal zur Maxime eines vermeintlichenGott für sich selbst wohlgefälligen, ihn auch nötigenfalls versöhnen-den, aber nicht rein moralischen Dienstes übergegangen ist, so ist

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