L72 Rtligion inncrh. d. Grenzen d. blosen Vernunft. III. Stück.
terkeit, die Vereinigung unter keinen anderen, als mora-lischen Triebfedern. (Gereinigt vom Blödsinn des Aber-glaubens und dem Wahnsinn der Schwärmerei.)
3. Das Verhältniß unter dem Princip der Freiheit, so-wohl das innere Verhältniß ihrer Glieder unter einander, alsauch das äußere der Kirche zur politischen Macht, beides ineinem Freistaat, (asso weder Hierarchie, noch Jllu-minatismus, eine Art von Demokratie, durch beson-dere Eingebungen, die nach Jedes seinem Kopfe von Andererihrer verschieden sein können.)
4. Die Modalität derselben, die Unveränderlichkcit ihrerConstitution nach, doch mit dem Vorbehalt der nach Zeit undUmständen abzuändcrnden, blos die Administration der-selben betreffenden zufälligen Anordnungen, wozu sie dochauch die sicheren Grundsätze schon in sich selbst (in der Ideeihres Zwecks) » priori enthalten muß. (Also unter ursprüng-lichen, einmal, gleich als durch ein Gesetzbuch, öffentlichzur Vorschrift gemachten Gesetzen, nicht willkührlichen Sym-bolen, die, weil ihnen die Authenticität mangelt, zufällig,dem Widerspruche ausgesetzt und veränderlich sind.)
Ein ethisches gemeines Wesen also, als Kirche d. i. alsblose Repräsentantin eines Staats Gottes betrachtet, hat eigent-lich keine ihren Grundsätzen nach der politischen ähnliche Verfassung.Diese ist in ihm weder monarchisch (unter einem Papst oderPatriarchen), noch aristokratisch (unter Bischöfen und Prä-laten), noch demokratisch (als sectirischer Jlluminatcn). Siewürde noch am Besten mit der einer Hausgenossenschaft (Familie)unter einem gemeinschaftlichen, obzwar unsichtbaren, moralischenVater verglichen werden können, sofern sein heiliger Sohn, derseinen Willen weiß und zugleich- mit allen ihren Gliedern in Bluts-verwandtschaft steht, die Stelle desselben darin vertritt, daß erseinen Willen diesen näher bekannt macht, welche daher in ihm denVater ehren und so unter einander in eine freiwillige, allgemeineund fortdauernde Herzmsvereinigung treten.
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