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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
Seite
267
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Von dem Siege des guten Pnncips über das böse. I. Ablh. II. 207

liche wechftlscitige Befehdung der Tugendprincipien und ein Zustandder inneren Siltenlosigkeit, aus welchem der natürliche Mensch, sobald wie möglich, herauszukommcn sich befleißigen soll.

Hier haben wir nun eine Pflicht von ihrer eigenen Art nichtder Menschen gegen Menschen, sondern des menschlichen Ge-schlechts gegen sich selbst. Jede Gattung vernünftiger Wesen istnämlich objectiv, in der Idee der Vernunft, zu einem gemeinschaft-lichen Zwecke, nämlich der Beförderung des höchsten, als einesgemeinschaftlichen Guts bestimmt. Weil aber das höchste sittlicheGut durch die Bestrebung der einzelnen Person zu ihrer eigenenmoralischen Vollkommenheit allein nicht bewirkt wird, sondern eineVereinigung derselben in ein Ganzes zu ebendemselben Zwecke, zueinem System wohlgesinnter Menschen erfordert, in welchem unddurch dessen Einheit es allein zu Stande kommen kann, die Ideeaber von einem solchen Ganzen, als einer allgemeinen Republik nachTugendgesctzen, eine von allen moralischen Gesetzen, (die das betref-fen, wovon wir wissen, daß es in unserer Gewalt stehe,) ganz un-terschiedene Idee ist, nämlich auf ein Ganzes hinzuwirken, wovonwir nicht wissen können, ob es als ein solches auch in unserer Ge-walt stehe; so ist die Pflicht, der Art und dem Princip nach, vonallen anderen unterschieden. Man wird schon zum Voraus vcr-muthen, daß diese Pflicht der Voraussetzung einer anderen Idee,nämlich der eines höheren moralischen Wesens bedürfen werde, durchdessen allgemeine Veranstaltung die für sich unzulänglichen Kräfteder Einzelnen zu einer gemeinsamen Wirkung vereinigt werden. Al-lein wir müssen allererst dem Leitfaden jenes sittlichen Bedürfnissesüberhaupt nachgehen und sehen, worauf uns dieses führen werde.

liche Läsion der Rechte aller Anderen durch die Anmaßung, in seiner eigenenSache Richter zu sein, und anderen Menschen keine Sicherheit wegen des Ihri-ge» zu taffen, als bloS seine eigene Willkuhr.