Von dcm Kampf des guten Princips mit dem bösen. >1. Abschn. 249
schen als einem Beispiele für alle Andere erschien, „so kam er insein Eigenthum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf, denen aber,die ihn aufnahmen, hat er Macht gegeben, Gottes Kinder zu hei-ßen, die an seinen Namen glauben;" d. i. durch das Beispiel dessel-ben (in der moralischen Idee) eröffnet er die Pforte der Freiheit fürJedermann, die ebenso, wie er, Allem dem absterben wollen, wassie zum Nachtheil der Sittlichkeit an das Erdenleben gefesselt hält,und sammelt sich unter diesen „ein Volk, das fleißig wäre in gutenWerken, zum Eigenthum" und unter seine Herrschaft, indessen daßer die, so die moralische Knechtschaft vorziehen, der ihrigen überläßt.
Also ist der moralische Ausgang dieses Streites auf Seiten desHelden dieser Geschichte (bis zum Tode desselben) eigentlich nicht dieBesiegung des bösen Princips; denn sein Reich währt noch, undes muß allenfalls noch eine neue Epoche cinlreten, in der es zerstörtwerden soll, — sondern nur Brechung seiner Gewalt, die, welcheihm so lange unterthan gewesen sind, nicht wider ihren Willen zuhalten, indem ihnen eine andere moralische Herrschaft, (denn unterirgend einer muß der Mensch stehen,) als Freistatt eröffnet wird,in der sie Schutz für ihre Moralität finden können, wenn sie diealte verlassen wollen. Uebrigens wird das böse Princip nochimmer der Fürst dieser Welt genannt, in welcher die, so dem gutenPrincip anhängen, sich immer auf physische Leiden, Aufopferungen,Kränkungen der Selbstliebe, welche hier als Verfolgungen des bösenPrincips vorgestellt werden, gefaßt sein mögen, weil er nur für die,so das Erdcnwohl zu ihrer Endabsicht gemacht haben, Belohnungenin seinem Reiche hat.
Man sicht leicht: daß, wenn man diese lebhafte, und wahr-scheinlich für ihre Zeit auch einzige populäre Vorstellungsart vonihrer mystischen Hülle entkleidet, sie (ihr Geist und Vernunftsinn)für alle Welt, zu aller Zeit praktisch gültig und verbindlich gewesen,weil sie jedem Menschen nahe genug liegt, um hierüber seine Pflichtzu erkennen. Dieser Sinn besteht darin: daß es schlechterdings keinHeil für die Menschen gebe, als in innigster Ausnehmung ächtersittlicher Grundsätze in ihre Gesinnung, daß dieser Aufnahme nicht