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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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248
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248 Religion innerh. d. Grenzen d. blosen Vernunft. II. Stück.

fremden Herrschaft, (die Gewalt hat,) einen Aufstand erregte. Daaber das Reich, in welchem Principien wachthabend sind, (siemögen nun gut oder böse sein,) nicht ein Reich der Natur, sondernder Freiheit ist, d. i. ein solches, in welchem man über die Sachennur insofern disponiren kann, als man über die Gemülher herrscht,in welchem also Niemand Sklave (Leibeigener) ist, als der und solange er es sein will; so war eben dieser Tod (die höchste Stufeder Leiden eines Menschen) die Darstellung des guten Princips,nämlich der Menschheit in ihrer moralischen Vollkommenheit, alsBeispiel der Nachfolge für Jedermann. Die Vorstellung desselbensollte und konnte auch für seine, ja sie kann für jede Zeit vomgrößten Einflüsse auf menschliche Gemülher sein; indem es die Frei-heit der Kinder des Himmels und die Knechtschaft eines blosen Er-densohns in dem allerausfallendsten Contraste sehen läßt. Das gutePrincip aber ist nicht blos zu einer gewissen Zeit, sondern von demUrsprünge des menschlichen Geschlechts an unsichtbarer Weise vomHimmel in die Menschheit herabgekommen gewesen, (wie ein Jeder,der auf seine Heiligkeit und zugleich die Unbegreiflichkeit der Verbin-dung derselben mit der sinnlichen Natur des Menschen in der mora-lischen Anlage Acht hat, gestehen muß,) und hat in ihr rechtlicherWeise seinen ersten Wohnsitz. Da es also in einem wirklichen Men-polltischer, aber unerlaubter Absicht, um etwa Lie Priesterregierung zu stür-zen und sich mit weltlicher Obergewalt an ihre Stelle zu setzen, gcwag^habe; denn dawider streitet sein-, nachdem er die Hoffnung es zu erhaltenschon aufgegeben hatte, an seine Jünger beim Abendmahl ergangene Ermah-nung, eS zu seinem Gedachtniß zu thun; welches, wenn eS di- Erinnerungeiner fehlgeschlagenen weltlichen Absicht hätte fei» sollen, eine kränkende, llnwillen gegen den Urheber erregende, mithin sich selbst widersprechende Ermahnunggewesen wäre. Gleichwohl konnte diese Erinnerung auch LaS Fehlschlagen einer sehrguten rein-moralischen Absicht des Meisters betreffen, nämlich noch bei seinem Leben,durch Stürzung des alle moralische Gesinnung verdrängenden Ccremonial-glaubenS und des Ansehens der Priester desselben, eine öffentliche Revo-lution (in der Religion) zu bewirken; (wozu Lie Anstalten, seine im Landezerstreuten Junger am Ostern zu versammeln, abgezweckt sein mochte»,) vonwelcher freilich auch noch jetzt bedauert werden kann, daß sic nicht gelungenist; die aber doch nicht vereitelt, sondern nach seinem Lode in eine, sich imStillen, aber unter viel Leiden auSbrcftcnde ReligionSumänderung übergc-gangen ist.

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