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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
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Zweiter Abschnitt.

Von dem Rechtsansprüche des bösen Princips auf dieHerrschaft über den Menschen, und dem Kampfebeider Principien mit einander.

Äie heilige Schrift (christlichen Antheils) trägt dieses intelligiblemoralische Verhältniß in der Form einer Geschichte vor, da zwei,wie Himmel und Hölle einander entgegengesetzte Principien im Men-schen, als Personen außer ihm vorgestellt, nicht blos ihre Machtgegen einander versuchen, sondern auch, (der eine Theil als Ankläger,der andere als Sachwalter des Menschen) ihre Ansprüche gleichsamvor einem höchsten Richter durchs Recht gelten machen wollen.

Der Mensch war ursprünglich zum Eigenthümer aller Güterder Erde eingesetzt (1 Mos. 1, 28), doch, daß er diese nur als seinUntereigenthum (llominium utile) unter seinem Schöpfer und Herrn,als Obereigenthümer (äomiaus älreotus), besitzen sollte. Zugleichwird ein böses Wesen, (wie es so böse geworden, um seinem Herrnuntreu zu werden, da es doch uranfänglich gut war, ist nicht be-kannt,) ausgestellt, welches durch seinen Abfall alles Eigenthums,das es im Himmel besessen haben mochte, verlustig geworden, undsich nun ein anderes auf Erden erwerben will. Da ihm nun alseinem Wesen höherer Art als einem Geiste irdische und kör-perliche Gegenstände keinen Genuß gewähren können, so sucht er eineHerrschaft über die Gemüther dadurch zu erwerben, daß er dieStammältern aller Menschen von ihrem Oberherrn abtrünnig undihm anhängig macht, da es ihm dann gelingt, sich so zum Ober-eigenthümer aller Güter der Erde d. i. zum Fürsten dieser Weltaufzuwerfen. Nun könnte man hiebei zwar es bedenklich finden:

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