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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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242 Religion innerhalb d. Grenzen d. blosen Vernunft. N. Stück.

vor der himmlischen Gerechtigkeit Lossprechung denken lasse, mithinalle Erpiationen, sie mögen von der büßenden oder feierlichen Artsein, alle Anrufungen und Hochpreisungcn, (selbst die des stellver-tretenden Ideals des Sohnes Gottes) den Mangel der elfteren nichtersetzen, oder, wenn diese da ist, ihre Gültigkeit vor jenem Gerichtenicht im Mindesten vermehren können; denn dieses Ideal muß inunserer Gesinnung ausgenommen sein, um an der Stelle der Thatzu gelten. Ein Anderes enthält die Frage: was sich der Menschvon seinem geführten Lebenswandel am Ende desselben zu ver-sprechen, oder was er zu fürchten habe. Hier muß er allererst sei-^ nen Charakter wenigstens einigermaßen kennen; also, wenn er gleichglaubt, es sei mit seiner Gesinnung eine Besserung vorgegangen,die alte (verderbte), von der er ausgegangen ist, zugleich mit inBetrachtung ziehen, und was und wie viel von der crstcrcn er ab-gelegt habe, und welche Qualität (ob lautere oder noch unlautere)sowohl, als welchen Grad die vermeinte neue Gesinnung habe, ab-nehmen können, um die erste zu überwinden und den Rückfall indieselbe zu verhüten; er wird sie also durchs ganze Leben nachzusu-chen haben. Da er also von seiner wirklichen Gesinnung durch un-mittelbares Bewußtsein gar keinen sicheren und bestimmten Begriffbekommen, sondern ihn nur aus seinem wirklich geführten Lebens-wandel abnehmen kann; so wird er für das Urtheil des künftigenRichters, (des aufwachenden Gewissens in ihm selbst, zugleich mitder hcrbeigerufcnen empirischen Selbsterkenntniß,) sich keinen anderenZustand zu seiner Uebcrführung denken können, als daß ihm seinganzes Leben dereinst werde vor Augen gestellt werden, nichtblos ein Abschnitt desselben, vielleicht der letzte und für ihn nochgünstigste; hicmit aber würde er von selbst die Aussicht in ein nochweiter fortgesetztes Leben, (ohne sich hier Grenzen zu setzen,) wennes noch länger gedauert hätte, verknüpfen. Hier kann nun nichtdie zuvor erkannte Gesinnung die That vertreten lassen, sondern um-gekehrt, er soll aus der ihm vorgestellten That seine Gesinnung ab-nehmcn. Was meint der Leser wohl, wird blos dieser Gedanke,welcher dem Menschen, (der eben nicht der ärgste sein darf,) Vieles

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