234 Religion innerh. d. Grenzen d. blosen Vernunft. II. Stück.
Kenntnissen und Behauptungen die Vernunft nur die Schrankenihrer Einsicht überschreitet. Die gute und lautere Gesinnung, (dieman einen guten uns regierenden Geist nennen kann,) deren mansich bewußt ist, führt also auch das Zutrauen zu ihrer Beharrlich-keit und Festigkeit, obzwar nur mittelbar bei sich, und ist der Tröster
„ r.. -
kenntiiiffe, Glaubensformcln, auch wohl Angelobungen eines neuen Lebensbei einem etwa noch längeren Aufschub des Eudes des gegenwärtigen die Stelleder Mittel vertreten. — Das ist die unvernieidlstle Folge, wenn die Ewig-keit des dem hier geführten Lebenswandel gemäßen künftige» Schicksals alsDogma vorgetragen und nicht vielmehr der Mensch angewiesen wird, ausseinem bisherigen sittlichen Zustande sich einen Begriff vom künftigen zumache» und darauf, als die natürlich vorherzusehendcn Folgen desselben, selbstzu schließen; Len» da wird die Unabsehlichkcit der Reihe derselben unterder Herrschaft des Bösen für ihn dieselbe moralische Wirkung haben, (ihnanzutreibcn, das Geschehene, so viel ihm möglich ist, durch Reparation oderErsatz seinen Wirkungen nach noch vor dem Ende des Lebens ungeschehenzu machen,) als von der angekündigten Ewigkeit desselben erwartet werdenkann; ohne doch die Nachthcile des Dogma der letzteren, (wozu ohnedemweder Vernunfteinsicht, noch Schriftauslegung berechtigt,) bei sich zu führen;da der böse Mensch im Leben schon zum Voraus auf diesen leicht zu erlan-genden Pardon rechnet, oder am Ende desselben eö nur mit de» Ansprüchender himmlische» Gerechtigkeit auf ihn zu thun zu haben glaubt, die er mitblosen Worten befriedigt, indessen daß die Rechte der Mensche» hiebei leerausgehcn und Niemand das Seine wieder bekommt, (ein so gewöhnlicherAusgang dieser Art der Erpiation, daß ein Beispiel vom Gcgenthcil beinaheunerhört ist.) — Besorgt man aber: daß ihn seine Vernunft durchs Gewisse»zu gelinde beurtheilen werde, so irrt man sich, wie ich glaube, sehr. Denneben darum, weil sie frei ist und selbst über ihn, den Menschen, sprechensoll, ist sie unbestechlich, und wenn man ihm in einem solchen Zustande nursagt: daß cs wenigstens möglich sei, er werde bald vor einem Richterstehen müssen; so darf man ihn nur seinem eigenen Nachdenken überlassen,welches ihn aller Wahrscheinlichkeit »ach mit der größten Strenge richtenwird. — Ich will diesem »och ein Paar Bemerkungen beifügen. Der ge-wöhnliche Sinnspruch: Ende gut, Alles gut, kann auf moralischeFälle zwar angewandt werden, aber nur, wenn unter dem guten Ende das-jenige verstanden wird, da der Mensch ein wahrhastig-guter Mensch wird.Aber woran will er sich als einen solchen erkennen, da er cs nur aus den,darauf folgende» beharrlich guten Lebenswandel schließen kann, für diesenaber am Ende des Lebens keine Zeit mehr da ist? Von der Glückselig-keit kann dieser Spruch eher cingcräumt werden, aber auch nur in Be-ziehung auf de» Standpunct, aus dem er sein Leben ansieht, nicht ausdem Anfänge, sondern dem Ende desselben, indem er von da auf jenen zu-rücksieht. Ucberstandene Leiden lassen keine peinigende Rückerinnerung übrig,wenn man sich schon geborgen sieht, sondern vielmehr ein Frohsinn, welches
r- "
- '
l>i ^
k!,w 6
fff--: ter
'-b-nn r«::. i.r.'«n kt
,-.'U --
-'n,
-Zulttrkiil k. -ckkz >
Erli
Ntir, m ^n>« -Ua, i.:, ^
ai-si- im
.'.T: >
-it ^
-.7 , u