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Von dem Kampfe des guten Peine,'ps mit dem bösen. I- Abschn. 231
daß wir das Gute in der Erscheinung, d. i. der That nach, inunS jederzeit als unzulänglich für ein heiliges Gesetz ansehenmüssen; seinen Fortschritt aber ins Unendliche zur Angemessenheitmit dem letzteren, wegen der Gesinnung, daraus er abgeleitetwird, die übersinnlich ist, von einem Herzenskündigcr in seinerreinen intcllcctuellen Anschauung als ein vollendetes Ganze, auchder That (dem Lebenswandel) nach, beurtheilt denken können*),und so der Mensch, unerachtet seiner beständigen Mangelhaftigkeitdoch überhaupt Gott wohlgefällig zu sein erwarten könne, inwelchem Zeitpuncte auch sein Dasein abgebrochen werden möge.
Die zweite Schwierigkeit, welche sich hervorthut, wenn manden zum Guten strebenden Menschen in Ansehung dieses moralischenGuten selbst in Beziehung auf die göttliche Gütigkeit betrachtet,betrifft die moralische Glückseligkeit, worunter hier nicht dieVersicherung eines immerwährenden Besitzes der Zufriedenheit mitseinem physischen Zustande (Befreiung von Uebeln und Genußimmer wachsender Vergnügen), als der physischen Glückselig-keit, sondern von der Wirklichkeit und Beharrlichkeit einer imGuten immer sortrückenden, (nie daraus fallenden) Gesinnung ver-standen wird, denn das beständige „Trachten nach dem ReicheGottes", wenn man nur von der Un ver änderlichkeiteiner solchen Gesinnung fest versichert wäre, würde ebenso viel sein, als sich schon im Besitz dieses Reichs zu wissen, dadenn der so gesinnte Mensch schon von selbst vertrauen würde, daß
Es muß nicht übersehen werden, daß hienüt nicht gesagt werdenwolle: daß die Gesinnung die Ermangelung des Pflichtmäßigcn, folglich daswirkliche Böse in dieser unendlichen Reihe zu vergüten dienen solle; (viel-mehr wird vorausgesetzt, daß die Gott wohlgefällige moralische Beschaffen-heit des Menschen in ihr wirklich anzutreffcn sei,) sondern: daß die Gesin-nung, welche die Stelle der Totalität dieser Reihe der ins Unendliche fort-gesetzte» Annäherung vertritt, nur den von dem Dasein eines Wesens in derZeit überhaupt unzertrennlichen Mangel, nie ganz vollständig das zu sein,was man zu werden im Begriffe ist, ersetze; denn was die Vergütung derin diesem Fortschritte verkommenden Ucbcrtrctungcn betrifft, so wird diesebei der Auflösung der dritten Schwierigkeit in Betrachtung gezogen werden.