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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
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227
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Bon dem Kampf des guten Princips mit dem bösen. I. Abschn. 227

tion im Menschengeschlecht«! hervorgebracht; so würden wir dochnicht Ursache haben, an ihm etwas Anderes, als einen natürlichgezeugten Menschen anzunchmen, (weil dieser sich doch auch ver-bunden suhlt, selbst ein solches Beispiel an sich abzugcben,) obzwardadurch eben nicht schlechthin verneint würde, daß er nicht auchwohl ein übernatürlich erzeugter Mensch sein könne. Denn in prak-tischer Absicht kann die Voraussetzung des Letzteren uns doch nichtsvortheilen; weil das Urbild, welches wir dieser Erscheinung unter-legen, doch immer in uns, (obwohl natürlichen Menschen) selbst ge-sucht werden muß, dessen Dasein in der menschlichen Seele schonfür sich selbst unbegreiflich genug- ist, daß man nicht eben nölhighat, außer seinem übernatürlichen Ursprünge ihn noch in einem be-sonderen Menschen hypostasi'rt anzunchmen. Vielmehr würde dieErhebung eines solchen Heiligen über alle Gebrechlichkeit der mensch-lichen Natur der praktischen Anwendung der Idee desselben auf un-sere Nachfolge, nach Allem, was wir einzuschen vermögen, eher imWege sein. Denn wenngleich jenes Gott wohlgefälligen MenschenNatur insoweit als menschlich gedacht würde: daß er mit eben-denselben Bedürfnissen, folglich auch denselben Leiden, mit eben-denselben Naturneigungcn, folglich auch eben solchen Versuchungenzur Ucbertretung, wie wir, behaftet, aber doch soferne als über-menschlich gedacht würde, daß nicht etwa errungene, sondern ange-borne unveränderliche Rcinigkeit des Willens ihm schlechterdingskeine Ucbertretung möglich sein ließe; so würde diese Distanz vomnatürlichen Menschen dadurch wiederum so unendlich groß werden,daß jener göttliche Mensch für diesen nicht mehr zum Beispielaufgestellt werden könnte. Der Letztere würde sagen: man gebemir einen ganz heiligen Willen, so wird alle Versuchung zum Bösenvon selbsten an mir scheitern; man gebe mir die innere vollkom-menste Gewißheit, daß, nach einem kurzen Erdenlcben, ich (zufolgejener Heiligkeit) der ganzen ewigen Herrlichkeit des Himmels soforttheilhaftig werden soll, so werde ich alle Leiden, so schwer sie auchimmer sein mögen, bis zum schmählichsten Tode nicht allein willig,sondern auch mit Fröhlichkeit übernehmen, da ich den herrlichen

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