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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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226
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826 Religion innerh. d. Grenzen d. blosen Vernunft. II. Stück.

etwas mehr, als was er sieht, d. i. mehr, als einen gänzlich unta-delhaften, ja so viel, als man nur verlangen kann, verdienstvollenLebenswandel, wer etwa außerdem noch Wunder, die durch ihnoder für ihn geschehen sein müßten, zur Beglaubigung fordert: derbekennt zugleich hiedurch seinen moralischen Unglauben, nämlichden Mangel des Glaubens an die Tugend, den kein auf Beweisedurch Wunder gegründeter Glaube, (der nur historisch ist,) ersetzenkann; weil nur der Glaube an die praktische Gültigkeit jener Idee,die in unserer Vernunft liegt, (welche auch allein allenfalls dieWunder als solche, die vom guten Princip Herkommen möchten,bewähren, aber nicht von diesen ihre Bewährung entlehnen kann,)moralischen Werth hat.

Eben darum muß auch eine Erfahrung möglich sein, in derdas Beispiel von einem solchen Menschen gegeben werde, (so weitals man von einer äußeren Erfahrung überhaupt Beweisthümer derinneren sittlichen Gesinnung erwarten und verlangen kann;) denndem Gesetz nach sollte billig ein jeder Mensch ein Beispiel zu dieserIdee an sich abgcbcn; wozu das Urbild immer nur in der Ver-nunft bleibt; weil ihr kein Beispiel in der äußeren Erfahrungadäquat ist, als welche das Innere der Gesinnung nicht aufdeckt,sondern darauf, obzwar nicht mit strenger Gewißheit, nur schließenläßt; (ja selbst die innere Erfahrung deS Menschen an ihm selbstläßt ihn die Tiefen seines Herzens nicht so durchschauen, daß ervon dem Grunde seiner Maximen, zu denen er sich bekennt, undvon ihrer Lauterkeit und Festigkeit durch Selbstbeobachtung ganzsichere Kenntniß erlangen könnte.)

Wäre nun ein solcher wahrhaftig göttlich gesinnter Mensch zueiner gewissen Zeit gleichsam vom Himmel auf die Erde herabge-kommcn, der durch Lehre, Lebenswandel und Leiden das Beispieleines Gott wohlgefälligen Menschen an sich gegeben hätte, so weitals man von äußerer Erfahrung nur verlangen kann, (indessen,daß das Urbild eines solchen immer doch nirgend anders, als inunserer Vernunft zu suchen ist,) hätte er durch Alles dieses ein un-absehlich großes moralisches Gute in der Welt durch eine Nevolm

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