Bon d. Einwohnung d. bösen Princips neben d. guten. Mg. Anm. 213
ser, eine göttliche Abkunft verkündigenden Anluge muß auf das Gc-muth bis zur Begeisterung wirken und es zu den Aufopferungenstärken, welche ihm die Achtung für seine Pflicht nur auferlegen mag.Dieses Gefühl der Erhabenheit seiner moralischen Bestimmung öfterrege zu machen, ist als Mittel der Erweckung sittlicher Gesinnungenvorzüglich anzupreisen, weil cs dem angcbornen Hange zur Berkeh-rung der Triebfedern in den Maximen unserer Willkühr gerade ent-gegenwirkt, um in der unbedingten Achtung fürs Gesetz, als derhöchsten Bedingung aller zu nehmenden Maximen, die ursprünglichesittliche Ordnung unter den Triebfedern, und hiemit die Anlage zumGuten im menschlichen Herzen in ihrer Reinigkeit wicderhcrzustellen.
Aber dieser Wiederherstellung durch eigene Kraftanwendung stehtja der Satz von der angcbornen Verdorbenheit der Menschen füralles Gute gerade entgegen? Allerdings, was die Begreiflichkeitd. i. unsere Einsicht von der Möglichkeit derselben betrifft, wieAlles dessen, was als Begebenheit in der Zeit (Veränderung) undsofern nach Naturgesetzen als nothwendig, und dessen Gegentheil dochzugleich unter moralischen Gesetzen, als durch Freiheit möglich vor-gestellt werden soll; aber der Möglichkeit dieser Wiederherstellungselbst ist er nicht entgegen. Denn wenn das moralische Gesetz ge-bietet, wir sollen jetzt bessere Menschen sein; so folgt unumgäng.lich, wir müssen es auch können. Der Satz vom angcbornen Bösenist in der moralischen Dogmatik von gar keinem Gebrauch; denndie Vorschriften derselben enthalten ebendieselben Pflichten, und blei-ben auch in derselben Kraft, ob ein angcborner Hang zur Uebertre-lung in uns sei, oder nicht. In der moralischen Ascetik aber willdieser Satz mehr, aber doch nichts mehr sagen, als: wir können inder sittlichen Ausbildung der anerschaffenen moralischen Anlage zum
vorigen Zeit ist, mithin so, daß jetzt die Handlung nicht mehr ,n me,nerGewalt sondern in der Hand der Natur ist, mich unwiderstehlich bestimmt;da dann, weil in Gott keine Zeitfolge zu Lenken ist, diese Schwierigkeit weg-fällt-j-,.
g-s a>jc Worte: „Den Begriff der Freiheit .... diese Schwierigkeitwegfällt." sind erst in der 2. Ausg. hinzugekommen.