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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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208
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2V8 Religion innerh. d- Grenzen d. blosen Vernunft. I. Stück.

Die Wiederherstellung der ursprünglichen Anlage zum Gutenin uns, ist also nicht Erwerbung einer verlornen Triebfeder zumGuten; denn diese, die in der Achtung fürs moralische Gesetz be-steht, haben wir nie verlieren können, und wäre das Letztere mög-lich, so würden wir sie auch nie wieder erwerben. Sie ist also nurdie Herstellung der Reinigkeit desselben, als obersten Grundesaller unserer Maximen, nach welcher dasselbe nicht blos mit anderen

Wohlgefallens an sich selbst kann nun entweder so verstanden wewLen, daß wir uns in jenen schon genannten, auf Befriedigung der Natur-neigung abzweckenden Maximen, (sofern jener Zweck durch Befolgung der-selben erreicht wird,) Wohlgefallen; und La ist sie mit der Liebe des Wohl-gefallens gegen sich selbst einerlei; man gefällt sich selbst, wie ein Kaufmann,dem seine Handlungsspeculationen gut cinschlagen, und der sich wegen derdabei genommenen Maximen seiner guten Einsicht erfreut. Allein die Maximeder Selbstliebe des unbedingten, (nicht von Gewinn oder Verlust als denFolgen der Handlung abhängcndc») Wohlgefallens an sich selbstwürde das innere Princip einer, allein unter der Bedingung der Unterord-nnng unserer Maximen unter das moralische Gesetz uns möglichen Zufrie-denheit sein. Kein Mensch, dem die Moralität nicht gleichgültig ist, kannan sich ein Wohlgefallen haben, ja gar ohne ein bitteres Mißfalle» an sichselbst sein, der sich solcher Maximen bewußt ist, die mit dem moralischenGesetze in ihm nicht übercinstimmen. Man könnte diese die Vernunft-liebe seiner selbst nennen, welche alle Vermischung anderer Ursachen der Zu-friedenheit aus den Folgen seiner Handlungen (unter dem Namen einer da-durch sich zu verschaffenden Glückseligkeit) mit den Triebfedern der Willkührverhindert. Da nun Las Letztere die unbedingte Achtung fürs Gesetz be-zeichnet, warum will man durch Len Ausdruck einer vernünftigen, abernur unter der letzteren Bedingung moralischen Selbstliebe sich dasdeutliche Verstehen des Princips unnöthiger Weise erschweren, indem man sichimZirkel herumdreht? (denn man kann sich nur auf moralische Art selbst lieben;soferne man sich seiner Maxime bewußt ist, die Achtung fürs Gesetz zur höch-sten Triebfeder seiner Willkühr zu machen.) Glückseligkeit ist, unserer Naturnach, für uns, als von Gegenständen der Sinnlichkeit abhängige Wese», dasErste und das, was wir unbedingt begehren. Ebendieselbe ist unserer Na-tur nach, (wenn man überhaupt das, was uns angeboren ist, so nennenwill,) als mit Vernunft und Freiheit begabter Wese», bei Weitem nicht dasErste, noch auch unbedingt ein Gegenstand unserer Maximen; sondern diesesist die Würdig keit glücklich zu sein, L. i. die Uebereinstimmung allerunserer Maximen mit dem moralischen Gesetze. Daß diese »u» objectiv dieBedingung sei, unter welcher der Wunsch der crstercn allein mit der gesetz-gebenden Vernunft zusammenstimmen kann, darin besteht alle sittliche Vor-schrift; und in der Gesinnung, auch nur so bedingt zu wünschen, die sittlicheDenkungsart.

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