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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
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195
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V. d. Einwohnung d. bösen Princips neben dem guten. IN. 185

ist,) keine besseren, die sichj mit der menschlichen Natur vereinigen ließen,Vorschlägen können; so daß der philosophische Chiliasmus,der auf den Zustand eines ewigen, auf einen Völkerbund als Welt-rcpublik gegründeten Friedens hofft, ebenso, wie der theologische,der auf des ganzen Menschengeschlechts vollendete moralische Besse-rung harrt, als Schwärmerei allgemein verlacht wird.

Der Grund dieses Bösen kann nun 1) nicht, wie man ihngemeiniglich anzugeben pflegt, in der Sinnlichkeit des Menschenund den daraus entspringenden natürlichen Neigungen gesetzt werden.Denn nicht allein, daß diese keine gerade Beziehung aufs Bösehaben, (vielmehr zu dem, was die moralische Gesinnung in ihrerKraft beweisen kann, zur Tugend die Gelegenheit geben;) so dürfenwir ihr Dasein nicht verantworten, (wir können cs auch nicht; weilsie als anerschaffen uns nicht zu Urhebern haben,) wohl aber denHang zum Bösen, der, indem er die Moralität des Subjects be-trifft, mithin in ihm, als einem frei handelnden Wesen angetreffenwird, als selbst verschuldet ihm muß zugerechnet werden können;ungeachtet der liefen Einwurzelung desselben in die Willkühr, wegenwelcher man sagen muß, er sei in dem Menschen von Natur anzu-treffen. Der Grund dieses Bösen kann auch 2) nicht in einerBerderbniß der moralisch-gesetzgebenden Vernunft gesetzt werden;gleich als ob diese das Ansehen des Gesetzes selbst in sich vertilgenund die Verbindlichkeit aus demselben ableugnen könne; denn dasist unmöglich. Sich als ein frei handelndes Wesen, und doch vondem, einem solchen angemessenen Gesetze (dem moralischen) entbun-den denken, wäre soviel, als eine ohne alle Gesetze wirkende Ursachedenken', (denn die Bestimmung nach Naturgesetzen fällt der Frei-heit halber weg;) welches sich widerspricht. Um also einen Grunddes Moralisch-Bösen im Menschen anzugeben, enthält die Sinn-lichkeit zu wenig; denn sie macht den Menschen, indem sie dieTriebfedern, die aus der Freiheit entspringen können, wegnimmt,zu einem blos thierischen; eine vom moralischen Gesetze aberfreisprcchende, gleichsam boshafte Vernunft, (ein schlechthinböser Wille) enthält dagegen zu viel, weil dadurch der Widerstreit

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