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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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183
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Bon d. Einwohnung d. bösen PrincipS neben d. guten. k83

lung bestimmt werden kann, als nur sofern der Mensch siein seine Maxime ausgenommen hat, (es sich zur allge-meinen Regel gemacht hat, nach der er sich verhalten will;) soallein kann eine Triebfeder, welche sie auch sei, mit der absolutenSpontaneität der Willkühr (der Freiheit) zusammen bestehen. Alleindas moralische Gesetz ist für sich selbst im Urthcile der VernunftTriebfeder, und wer es zu seiner Maxime macht, ist moralischgut. Wenn nun das Gesetz Jemandes Willkühr, in Ansehungeiner auf dasselbe sich beziehenden Handlung, doch nicht bestimmt,so muß eine ihm entgegengesetzte Triebfeder auf die Willkühr des-selben Einfluß haben; und da dieses vermöge der Voraussetzungnur dadurch geschehen kann, daß der Mensch diese, (mithin auchdie Abweichung vom moralischen Gesetze) in seine Maxime aufnimmt,<in welchem Falle er ein böser Mensch ist,) so ist seine Gesinnungin Ansehung des moralischen Gesetzes niemals indifferent (niemalskeines von beiden, weder gut, noch böse).

Er kann aber auch nicht in einigen Stücken sittlich gut, inanderen zugleich böse sein. Denn ist er in einem gut, so hat erdas moralische Gesetz in seine Maxime ausgenommen; sollte er alsoin einem anderen Stücke zugleich böse sein, so würde, weil dasmoralische Gesetz der Befolgung der Pflicht überhaupt nur ein ein-ziges'und allgemein ist, die auf dasselbe bezogene Maxime allgemein,zugleich aber nur eine besondere Maxime sein; welches sich widerspricht*).

*) Die alten Moralphtlosophen, die so ziemlich Alles erschöpften, wasüber die Lugend gesagt werden kann, haben obige zwei Fragen auch nichtunberührt gelassen. Die erste drückten sie so aus: ob die Tugend erlerntwerden müsse, (der Mensch also von Natur gegen sie und das Laster indiffe-rent sei?) Die zweite war: ob eS mehr, als eine Tugend gebe, (mithin esnicht etwa Statt finde, daß der Mensch in einigen Stücken tugendhaft, in an-deren lasterhaft sei?) Beides wurde von ihnen mit rigoristischcr Bestimmt-heit verneint, und das mit Recht; denn sie betrachteten di« Lugend an sichin der Idee der Vernunft, (wie der Mensch sein soll.) Wenn man diesesmoralische Wesen aber, den Menschen in der Erscheinung, d. i. wie ihnuns di. Erfahrung kennen läßt, sittlich beurtheilen will; so kann man beideangeführte Fragen besahend beantworten; denn da wird er nicht auf der Wageder reinen Vernunft (vor einem göttlichen Gerichte), sondern nach empirischem