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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
Seite
181
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Don d. Einwohnliiig d. bösen Princips neben d. Men. 181.

Erfahrung scheint sogar dieses Mittlere zwischen beiden Extremen zubestätigen.

Es liegt aber der Sittenlehre überhaupt viel daran, keine mo-ralischen Mitteldinge, weder in Handlungen (ustisplior»), noch inmenschlichen Charakteren, so lange es möglich ist, einzuräumen;weil bei einer solchen Doppelsinnigkeit alle Maximen Gefahr laufen,ihre Bestimmtheit und Festigkeit einzubüßen. Man nennt gemeinig-lich die, welche dieser strengen Denkungsart zugethan sind, (miteinem Namen, der einen Tadel in sich fassen soll, in der That aberLob ist,) Rigoristen; und so kann man ihre Antipoden Lati-tudinarier nennen. Diese sind also entweder Latitudinarier derNeutralität und mögen Indifferentsten; oder der Coalitionund können Synkretisten genannt werden*).

Die Beantwortung der gedachten Frage nach der rigoristischen

*) Wenn bas Gute -> ist, so ist sein kontradiktorisch EntgcgengesetztesdaS Nichtgutc. Dieses ist nun die Folge entweder eines blosen Mangels einesGrundes des Guteno, oder eines positiven Grundes des Widerspicls des-selben->. Im letzteren Falle kann das Nichtgute auch das positiveBöse heißen. (In Ansehung des Vergnügens und Schmerzcns gibt es eindergleichen Mittleres, so daß das Vergnügender Schmerz»,und der Zustand, worin keines von beiden angetroffen wird, die Gleichgül-tigkeito ist.) Wäre nun das moralische Gesetz in uns keine Triebfederder Willkühr; ft würde Moralischgut (Zusammenstimmung der Willkühr mitdem Gesetze)->> Nichtgut », dieses aber die blofe Folge vom Mangeleiner moralischen Triebfeder »Xo sein. Nun ist cs aber in uns Trieb-feder folglich ist der Mangel der Urbcreinstimmung der Willkühr mitdemselben ( o) nur als Folge von einer realiter entgegengesetzten Bestim-mung der Willkühr, d. i. einer Widerstrebung derselbend. t.nur durch eine bös- Willkühr möglich; und zwischen einer bösen und gutenGesinnung, (innerem Princip der Maximen,) nach welcher auch die Moralitätder Handlung beurthcilt werden muß, gibt es also nichts Mittleres. Einemoralisch - gleichgültige Handlung (»äi-pliaroi, mor->Ie) würde eine blos ausNaturgesetzen erfolgende Handlung sein, die also aufs sittliche Gesetz, als Ge-setz der Freiheit, in gar keiner Beziehung steht; indem sie kein Factum istund in Ansehung ihrer weder Gebot, noch Verbot, noch auch Erlaub-niß (gesetzliche Befugniss) Statt findet, oder nöthig ist-ch)

-j-) Die Worte:Eine moralisch-gleichgültige Handlung..... Statt findet-oder nöthig ist." sind erst in der 2. Ausg. hinzugekommen