18V Religion innerh. d. Grenzen d. blosen Vernunft. I. Stück-
der Annehmung guter, oder der Annehmung böser (gesetzwidriger)Maximen; und zwar allgemein als Mensch, mithin so, daß er durchdieselbe zugleich den Charakter seiner Gattung ausdrückt.
Wir werden also von einem dieser Charaktere (der Unterschei-dung des Menschen von anderen möglichen vernünftigen Wesen)sagen: er ist ihm angeboren; und doch dabei uns immer be-scheiden, daß nicht die Natur die Schuld derselben, (wenn er böseist,) oder das Verdienst, (wenn er gut ist,) trage, sondern daß derMensch selbst Urheber desselben sei. Weil aber der erste Grund derAnnehmung unserer Maximen, der selbst immer wiederum in derfreien Willkühr liegen muß, kein Factum sein kann, das in der Er-fahrung gegeben werden könnte; so heißt das Gute oder Böse imMenschen, (als der subjektive erste Grund der Annehmung dieseroder jener Maxime, in Ansehung des moralischen Gesetzes,) blos indem Sinne angeboren, als es vor allem in der Erfahrung gegedenen Gebrauche der Freiheit (in der frühesten Jugend bis zur Ge-burt zurück) zum Grunde gelegt wird, und so als mit der Geburtzugleich im Menschen vorhanden, vorgestellt wird; nicht, daß dieGeburt eben die Ursache davon sei.
Anmerkung.
Dem Streite beider oben aufgestellten Hypothesen liegt eindisjunktiver Satz zum Grunde: der Mensch ist (von Natur) ent-weder sittlich gut oder sittlich böse. Es fallt aber Jeder-mann leicht bei, zu fragen: ob es auch mit dieser Disjunktion seineRichtigkeit habe, und ob nicht Jemand behaupten könne: der Menschsei von Natur keines von beiden; ein Anderer aber: er sei beideszugleich, nämlich in einigen Stücken gut, in anderen böse. Die
der Natur, sondern immer wiederum in einer Maxime gesucht werden muß-,und da auch diese ebensowohl ihren Grund haben muß, außer der Maximeaber tein Bestimmungsgrund der freien Willkühr angeführt werdensoll und kann, man in der Reihe der subjektiven Bcstimmungsgründc insUnendliche immer weiter zurück gewiesen wird, ohne auf den ersten Grundkommen zu können.
, KM
§tk
A»'
KBdlil 0» k-'
^ Sit, tM ^KL k« *««!»',
N,l MM- ^
B wz»M Ankr'lssi
' ?n hi »,!!->:Lzi». eeÄ st »,
ük 6» lllickuzk l«s»:n> I»,Lin,»h ri-l,
-t»,
H-
"Ui,
!l«i>, I