gen hat; der erste Richter blos als Geistlicher, der zweite zugleichals Gelehrter. Dem letzteren als Miede einer öffentlichen Anstalt,der (unter dem Namen einer Universität) alle Wissenschaften zurCultur und zur Verwahrung gegen Beeinträchtigungen anvertrautsind, liegt eS ob, die Anmaßungen des elfteren auf die Bedingungcinzuschränken, daß seine Censur keine Zerstörung im Felde derWissenschaften anrichte, und wenn beide biblische Theologen sind, so,wird dem letzteren als Universitätsgliede von derjenigen Facultätwelcher diese Theologie abzuhandeln aufgetragen worden, die Ober-censur zukommen; weil, was die erste Angelegenheit (das Heil derSeelen) betrifft, beide einerlei Auftrag haben; was aber die zweite(das Heil der Wissenschaften) anlangt, der Theolog als Universitäts-gelehrter noch eine besondere Function zu verwalten hat. Geht manvon dieser Regel ab, so muß es endlich dahin kommen, wo es schonsonst (zum Beispiel zur Zeit des Galileo) gewesen ist, nämlich daßder biblische Theolog, um den Stolz der Wissenschaften zu demüthi-gcn und sich selbst die Bemühung mit denselben zu ersparen, wohlgar in die Astronomie oder andere Wissenschaften, z. B. die alteErdgeschichte, Einbrüche wagen, und wie diejenigen Völker, die insich selbst entweder nicht Vermögen, oder auch nicht Ernst genugfinden, sich gegen besorgliche Angriffe zu vertheidigcn, Alles um sichher in Wüstenei verwandeln, alle Versuche des menschlichen Ver-standes in Beschlag nehmen dürfte.
Es steht aber der biblischen Theologie im Felde der Wissen-schaften eine philosophische Theologie gegenüber, die daS anvertrauteGut einer anderen Facultät ist. Diese, wenn sie nur innerhalb derGrenzen der blosen Vernunft bleibt und zur Bestätigung und Er-läuterung ihrer Sätze die Geschichte, Sprachen, Bücher aller Völker,selbst die Bibel benutzt, aber nur für sich, ohne diese Sätze in diebiblische Theologie hineinzutragen und dieser ihre öffentlichen Lehren,dafür der Geistliche privilegirt ist, abändern zu wollen, muß volleFreiheit haben, sich so weit, als ihre Wissenschaft reicht, auszubrci-ten; und obgleich, wenn ausgemacht ist, daß der Erste wirklich seineGrenze überschritten und in die biblische Theologie Eingriffe gelhan