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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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166
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16 K Religion innerh. d. Grenzen d. blosen Vernunft.

Wenn die Moral an der Heiligkeit ihres Gesetzes einen Ge-genstand der größten Achtung erkennt, so stellt sie auf der Stufeder Religion an der höchsten, jene Gesetze vollziehenden Ursacheeinen Gegenstand der Anbetung vor, und erscheint in ihrer Ma-jestät. Aber Alles, auch das Erhabenste, verkleinert sich unter denHänden drr Menschen, wenn sie die Idee desselben zu ihrem Ge-brauch verwenden. Was nur sofern wahrhaftig verehrt werden kann,als die Achtung dafür frei ist, wird genöthigt, sich nach solchenFormen zu bequemen, denen man nur durch Zwangsgcsetze Ansehenverschaffen kann, und was sich von selbst der öffentlichen Kritikjedes Menschen blosstellt, das muß sich einer Kritik, die Gewalthat, d. i. einer Censur unterwerfen.

Indessen, da das Gebot: gehorche der Obrigkeit! doch auchmoralisch ist, und die Beobachtung desselben, wie die von allenPflichten, zur Religion gezogen werden kann, so geziemt einer Ab-handlung, welche dem bestimmten Begriffe der letzteren gewidmetist, selbst ein Beispiel dieses Gehorsams abzugeben, der aber nichtdurch die Achtsamkeit blos auf das Gesetz einer einzigen Anordnungim Staat, und blind in Ansehung jeder anderen, sondern nur durchvereinigte Achtung für alle vereinigt bewiesen werden kann. Nun

kann der Bücher richtende Theolog entweder als ein solcher ange-stellt sein, der blos für das Heil der Seelen, oder auch als einsolcher, der zugleich für das Heil der Wissenschaften Sorge zu tra-

noch einen Zweck denken zu müssen, bezogen wird, (welche Eigenschaft dessel-ben ihn zum Gegenstände der Erfahrung macht,) und ist, (gleichwie die theo-retischen und dabei synthetischen Satze -> priori,) nur dadurch möglich, daß erdas Princip » priori der Erkenntnis der Bestimmungsgründe einer freienWillkühr in der Erfahrung überhaupt enthält, sofern diese, welche die Wir-kungen der Moralität in ihren Zwecken darlegt, dem Begriff der Sittlichkeit,als Causalität in der Welt, objective, obgleich nur praktische Realität ver-schafft. Wenn nun aber die strengste Beobachtung der moralischen Gesetzeals Ursache der Herbeiführung des höchsten Guts (als Zwecks) gedacht werdensoll; so muß, weil das Menschenvermögcn dazu nicht hinreicht, die Glückselig-keit in der Welt einstimmig mit der Würdigkeit, glücklich zu sein, zu bewir-ken, ein allvermogendes moralisches Wesen als Wcltherrscher angenommenwerden, unter dessen Vorsorge dieses geschieht, d. i. die Moral führt unaus-bleiblich zur Religion.

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