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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
Seite
165
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Wcltschöpfung) ist, was zugleich der Endzweck des Menschen seinkann und soll.

sowie das Gesetz, (das praktisch gebietet,) ein Gegenstand der Achtung ist.Gin objectivcr Zweck (d. i. derjenige, den wir haben sollen,) ist der, welcher unsnon der bloscn Vernunft als ein solcher aufgegebcn wird. Der Zweck, welcherdie unumgängliche und zugleich zureichende Bedingung aller übrigen enthält,ist der Endzweck. Eigene Glückseligkeit ist der subjektive Endzweck vernünf-tiger Weltwesen, (den jedes derselben vermöge seiner von sinnlichen Gegenstän-den abhängigen Natur hat, und von dem es ungereimt wäre, zu sagen: daßman ihn haben solle,) und alle praktische Sätze, die diesen Endzweck zumGrunde haben, sind synthetisch, aber zugleich empirisch. Daß aber Jedermannsich das höchste, in der Welt mögliche Gut zum Endzwecke machen solle,ist ein synthetischer praktischer Saß » priori, und zwar ein objcctivpraktischerdurch die reine Vernunft aufgegcbener, weil er ein Satz ist, der über den Be-griff der Pflichten in der Welt hinausgcht, und eine Folge derselben (einenEffect) hinzuthut, der in den moralischen Gesetzen nicht enthalten ist und dar-aus also analytisch nicht entwickelt werden kann. Diese nämlich gebietenschlechthin, cs mag auch der Erfolg derselben sein, welcher er wolle, ja sic-thigen sogar davon gänzlich zu abstrahiren, wenn es auf eine besondere Hand-lung ankömmt, und machen dadurch die Pflicht zum Gegenstände der grösstenAchtung, ohne uns einen Zweck (und Endzweck) vorzulege» und aufzugcben,der etwa die Empfehlung derselben und die Triebfeder zur Erfüllung unsererPflicht auSmachen müßte. Alle Menschen könnten hieran auch genug haben,wenn sic, (wie sie sollten,) sich blos an die Vorschrift der reinen Vernunft imGesetz hielten. Was brauchen sie den Ausgang ihres moralischen Thuns undLassens zu wissen, den der Wcltlauf herbeiführcn wird? Für sic ist'S genug,daß sic ihre Pflicht thun; cs mag'nun auch mit dem irdischen Leben Alles aus sein,und wohl gar selbst in diesem Glückseligkeit und Würdigkeit vielleicht niemals Zu-sammentreffen. Nun ist's aber eine von den unvermeidlichen Einschränkungendes Menschen und seines, (vielleicht auch aller anderen Weltwcsen) praktische«Vernunftvermögens, sich bei allen Handlungen nach dem Erfolg aus densel-ben umzuschen, um in diesem etwas aufzusindcn, was zum Zweck für ihn die-nen und auch die Rcinigkeit der Absicht beweisen könnte, welcher in der Aus-übung (nexu eikectivo) zwar das Letzte, in der Vorstellung aber und der Ab-sicht (nexn 1ii>»Ii) das Erste ist. An diesem Zwecke nun, wenn er gleich durchdie blose Vernunft ihm vorgclegt wird, sucht der Mensch etwas, was er lie-ben kann; das Gesetz also, was ihm blos Achtung cinflößt, ob es zwarjenes als Bcdürfniß nicht anerkennt, erweitert sich doch zum Behuf desselbenzu Ausnehmung des moralischen Endzwecks der Vernunft unter seine Bestim-mungsgründc, das ist, der Saß: mache das höchste in der Welt mögliche Gutzu deinem Endzweck, ist ein synthetischer Satz » priori, der durch das mora-lische Gesetz selber eingeführt wird, und wodurch gleichwohl die praktische Ver-nunft sich über das letztere erweitert, welches dadurch möglich ist, daß auf dieNaturcigcnschaft des Menschen, sich zu allen Handlungen außer dem Gesetz