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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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126 Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.

sein, die man in einer Demonstration fordert. Indessen wenn dieFrage wäre, welcher denn überhaupt unter beiden der beste sei,so würde man antworten: sobald es auf logische Genauigkeit undVollständigkeit ankommt, so ist es der ontologische, verlangt manaber Faßlichkeit für den gemeinen richtigen Begriff, Lebhaftigkeit desEindrucks, Schönheit und Bewegkraft auf die moralischen Triebst- -dem der menschlichen Natur, so ist dem kosmologischen Beweise derVorzug zuzugestehen. Und da es ohne Zweifel von mehr Erheb-lichkeit ist, den Menschen mit hohen Empfindungen, die fruchtbaran edler Thätigkeit sind, zu beleben, indem man zugleich den gesun-den Verstand überzeugt, als mit sorgfältig abgewogenen Vernunft-schlüssen zu unterweisen, dadurch, daß der feineren Spekulation einGenüge gethan wird, so ist, wenn man aufrichtig verfahren will, dembekannten kosmologischen Beweise der Vorzug der allgemeineren Nutz-barkeit nicht abzrssprechen.

Es ist demnach kein schmeichlerischer Kunstgriff, der um frem-den Beifall buhlt, sondern Aufrichtigkeit, wenn ich einer selchenAusführung der wichtigen Erkenntniß von Gott und seinen Eigen-schaften, als Rcimarus in seinem Buche von der natürlichen Re-ligion liefert, den Vorzug der Nutzbarkeit gerne einräume, über einenjeden anderen Beweis, in welchem mehr auf logische Schärfe gesehenworden, und über den mcinigcn. Denn ohne den Werth Restr undanderer Schriften dieses Mannes in Erwägung zu ziehen, der haupt-sächlich in einem ungekünstelten Gebrauche einer gesunden und schö-nen Vernunft besteht,' so haben dergleichen Gründe wirklich einegroße Beweiskraft, und erregen mehr Anschauung, als die logisch ab-gezogenen Begriffe, obgleich die letzteren den Gegenstand genauer zuverstehen geben.

Gleichwohl da ein forschender Verstand, wenn er einmal aufdie Spur der Untersuchung gcrathcn ist, nicht eher befriedigt wird,als bis Alles um ihn licht ist und bis sich, wenn ich mich so aus-drücken darf, der Zirkel, der seine Frage umgrenzt, völlig schließt,so wird Niemand eine Bemühung, die, wie die gegenwärtige, aufdie logische Genauigkeit in einem so sehr wichtigen Erkenntnisse ver-

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