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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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III. Abth. Daß kein anderer Beweis möglich sei.

tigcs Geschöpf geben wird, welches an der edlen Betrachtung Thcilzu nehmen wünscht, Golt aus seinen Werken zu erkennen. Dcr-ham's, Nieuwentyt's und vieler Anderer Bemühungen habender menschlichen Vernunft in dieser Absicht Ehre gemacht, obgleichbisweilen viel Eitelkeit mit untergclaufen ist, allerlei Physischen Ein-sichten oder auch Hirngespinnstcn durch die Losung des Religions-eisers ein ehrwürdig Anschn zu geben. Bei aller dieser Vortrcfflich-keit ist diese Beweisart doch immer der mathematischen Gewißheitund Genauigkeit unfähig. Man wird jederzeit nur auf irgend einenunbegreiflich großen Urheber desjenigen Ganzen, was sich unserenSinnen darbictet, schließen können, nicht aber auf das Dasein desvollkommensten unter allen möglichen Wesen. Es wird die größteWahrscheinlichkeit von der Welt sein: daß nur ein einiger ersterUrheber sei, allein dieser Ueberzeugung wird viel an der Ausführlich-keit, die der frechsten Zweifclsucht trotzt, ermangeln. Das macht:wir können nicht auf mehr oder größere Eigenschaften in der Ur-sache schließen, als wir gerade nölhig finden, um den Grad und dieBeschaffenheit der Wirkungen daraus zu verstehen; wenn wir näm-lich von dem Dasein dieser Ursache keinen anderen Anlaß zu urthci-len haben, als den, so uns die Wirkungen geben. Nun erkennenwir viel Vollkommenheit, Größe und Ordnung in der Welt, undkönnen daraus nichts mehr mit logischer Schärfe schließen, als daßdie Ursache derselben viel Verstand, Macht und Güte besitzen müsse,keineswegcs aber, daß sie Alles wisse, vermöge re. re. Es ist einunermeßliches Ganze, in welchem wir Einheit und durchgängigeVerknüpfung wahrnehmen, und wir können mit großem Grundedaraus ermessen, daß ein einiger Urheber desselben sei. Allein wirmüssen uns bescheiden, daß wir nicht alles Erschaffene kennen, unddaher urtheilen, daß, was uns bekannt ist, nur einen Urheber blickenlasse, woraus wir vcrmuthen, was uns auch nicht bekannt ist, werdeebenso bewandt sein, welches zwar sehr vernünftig gedacht ist, abernicht strenge schließt.

Dagegen, wofern wir uns nicht zu sehr schmeicheln, so scheintunser entworfener ontologischer Beweis derjenigen Schärfe fähig zu