III. Abth. Daß kein anderer Beweis möglich sei. 12-)
gängigen Vereinbarung aller Realität in einem Wesen soll geschlossenwerden, daß es ein einziges sei, so ist klar, daß die Zergliederungder Begriffe des Nothwendigen auf solchen Gründen beruhen werde,nach denen ich auch umgekehrt müsse schließen können: worin alleRealität ist, das existirt nothwendiger Weise. Nun ist nicht alleindiese Schlußart nach der vorigen Nummer unmöglich, sondern es istinsonderheit merkwürdig, daß auf diese Art der Beweis gar nichtauf den Erfahrungsbegriff, der ganz ohne ihn zu brauchen, voraus-gesetzt ist, erbaut wird, sondern ebenso, wie der Cartesianische ledig-lich aus Begriffen, in welchen man in der Identität oder dem Wi-derstreit der Prädicate, das Dasein eines Wesens zu finden ver-meint *).
Es ist meine Absicht nicht, die Beweise selber zu zergliedern,die man dieser Methode gemäß bei Verschiedenen antrifft. Es istleicht, ihre Fehlschlüsse aufzudecken, und dieses ist auch schon zumTheil von Anderen geschehen. Indessen da man gleichwohl noch im-mer hoffen könnte, daß ihrem Fehler durch einige Verbesserungenabzuhelfen sei, so ersieht man aus unserer Betrachtung, daß, cs magauch aus ihnen werden, was da wolle, sie doch niemals etwasAnderes, als Schlüsse aus Begriffen möglicher Dinge, nicht aberaus der Erfahrung werden können und also ebenfalls den Beweisender ersten Art beizuzählen seien.
Was nun den zweiten Beweis von derjenigen Art anlangt,da aus Erfahrungsbegriffen von existirenden Dingen auf das DaseinGottes und zugleich seine Eigenschaften geschlossen wird, so verhältcs sich hicmit ganz anders. Dieser Beweis ist nicht allein möglich,
*) Dieses ist Las Vornehmste, worauf ich hier ausgche. Wen» ich dieNothwcndigkeit eines Begriffes darin setze, daß sich das Gegcntheit widerspricht,und alsdcnn behaupte, das Unendliche sei so beschaffen, so war cs ganz unnö-thig, die Existenz des nothwendigen Wesens vorauszusetzen, indem sic schonaus dem Begriffe des Unendlichen folgt. Ja jene vorangcschickte Existenz istin dem Beweise selbst völlig müßig. Denn da in dem Fortgang desselbender Begriff der Nothwcndigkeit und Unendlichkeit als Wechselbegriffe ange-sehen werden, so wird wirklich darum aus der Existenz des Nothwendigen aufdie Unendlichkeit geschloffen, weil das Unendliche (und zwar allein) nothwen-dig existirt.