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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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III. Abth. Daß kein anderer Beweis möglich sei.

vorgestcllt wird, z. E. daraus allein schon, daß eine vollkommensteWelt zu gedenken ist, auf ihr Dasein schließen. Allein ohne michin eine umständliche Widerlegung dieses Beweises einzulassen, welcheman schon bei Anderen anlrifft, so beziehe ich mich nur auf dasje-nige, was im Anfänge dieses Werkes ist erklärt worden, daß näm-lich das Dasein gar kein Prädicat, mithin auch kein Prädicat derVollkommenheit sei, und daher aus einer Erklärung, welche einewillkührliche Vereinbarung verschiedener Prädicate enthält, um denBegriff von irgend einem möglichen Dinge auszumachen, nimmer-mehr auf das Dasein dieses Dinges, und folglich auch nicht auf dasDasein Gottes könne geschlossen werden.

Dagegen ist der Schluß von den Möglichkeiten der Dinge alsFolgen auf das Dasein Gottes als einen Grund von ganz andererArt. Hier wird untersucht, ob nicht dazu, daß etwas möglich sei,irgend etwas Existirendcs vorausgesetzt sein müsse, und ob das-jenige Dasein, ohne welches selbst keine innere Möglichkeit Stattfindet, nicht solche Eigenschaften enthalte, als wir zusammen in demBegriffs einer Gottheit verbinden. In diesem Falle ist zuvörderstklar, daß ich nicht aus der bedingten Möglichkeit auf das Daseinschließen könne, wenn ich nicht die Existenz dessen, was nur untergewissen Bedingungen möglich ist, voraussetze; denn die bedingteMöglichkeit gibt lediglich zu verstehen, daß etwas nur in gewissenVerknüpfungen cristircn könne, und das Dasein der Ursache wirdnur insoferne dargethan, als die Folge cxistirt, hier aber soll sie nichtaus dem Dasein derselben geschlossen werden; daher ein solcher Be-weis nur aus der inneren Möglichkeit geführt werden kann, woferner gar Statt findet. Ferner wird man gewahr, daß er aus derabsoluten Möglichkeit aller Dinge überhaupt entspringen müsse. Dennes ist nur die innere Möglichkeit selbst, von der erkannt werden soll,daß sie irgend ein Dasein voraussetze, und nicht die besonderen Prä-dikate, dadurch sich ein Mögliches von dem anderen unterscheidet;denn der Unterschied der Prädicate findet auch beim blos MöglichenStatt und bezeichnet niemals etwas Existirendes. Demnach würdeauf die erwähnte Art aus der inneren Möglichkeit alles Denklichen