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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
Seite
117
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II. Ab:h. 8. Bett. Von der göttlichen Altgenugsamkeit. I I?

Wetten, die von keiner übertroffen werden, einander an Vollkom-menheit gänzlich gleich waren? Bei dergleichen Fragen ist es schwerund vielleicht unmöglich auS der Betrachtung möglicher Dinge alleinetwas zu entscheiden. Allein wenn ich beide Aufgaben in Verknü-pfung mit dem göttlichen Wesen erwäge und erkenne, daß der Vor-zug der Wahl, der einer Welt vor der anderen zu Theil wird,ohne den Vorzug in dem Urtheile ebendesselben Wesens, wcl.ches wählt, oder gar wider dieses Urtheil einen Mangel in der Ucbcr-einstimmung seiner verschiedenen thätigen Kräfte und eine verschie-dene Beziehung seiner Wirksamkeit, ohne eine proportionirte Ver-schiedenheit in den Gründen, mithin einen Ucbclstand in dem voll-kommensten Wesen abnehmen lasse; so schließe ich mit großer (Über-zeugung, daß die vorgelcgten Fälle erdichtet und unmöglich sein müssen.Denn ich begreife nach den gestimmten Vorbereitungen, die mangesehen hat: daß man viel weniger Grund habe, aus vorausgesetztenMöglichkeiten, die man gleichwohl nicht genug bewähren kann, aufein nothwendiges Betragen des vollkommensten Wesens zu schließen,(welches so beschaffen ist, daß es den Begriff der größten Harmoniein ihm zu schmälern scheint,) als aus der erkannten Harmonie,die die Möglichkeiten der Dinge mit der göttlichen Natur habenmüssen, von demjenigen, was diesem Wesen am Anständigsten zusein erkannt wird, auf die Möglichkeit zu schließen. Ich werdealso vermuthen, daß in den Möglichkeiten aller Welten keine solchenVerhältnisse sein, können, die einen Grund der Verlegenheit in dervernünftigen Wahl des höchsten Wesens enthalten müßten; denneben dieses oberste Wesen enthält den letzten Grund aller dieserMöglichkeit, in welcher also nicmalcn etwas Anderes, als was mitihrem Ursprünge harmonirt, kann anzutreffen sein.

Es ist auch dieser, über alles Mögliche und Wirkliche erwei-terte Begriff der göttlichen Allgenugsamkeit ein viel richtigererAusdruck, die größte Vollkommenheit dieses Wesens zu bezeichnen,als der des Unendlichen, dessen man sich gemeiniglich bedient.Denn ob man diesen letzteren zwar auslegen kann, wie man will,so ist er seiner eigentlichen Bedeutung nach doch offenbar mathe-