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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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116 Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.

ist, hervorbringcn könne. Allein es bleibt gleichwohl Bewunderungübrig, man mag gleich dieses zur leichteren Begreifung angeführthaben, wie man will. Denn es ist erstaunlich, daß auch nur soetwas, wie ein thierischer Körper, möglich war. Und wenn ichgleich alle Federn und Röhren, alle Nervengefäße, Hebel und me-chanische Einrichtung desselben völlig einsehen könnte, so bliebe dochimmer Bewunderung übrig, wie es möglich sei, daß so vielfältigeVerrichtungen in einem Bau vereinigt worden, wie sich die Ge- ^schäfte zu einem Zwecke mit denen, wodurch ein anderer erreichtwird, sowohl paaren lassen, wie ebendieselbe Zusammenfügung au-ßerdem noch dazu dient, die Maschine zu erhalten und die Folgenaus zufälligen Verletzungen wieder zu verbessern, und wie esmöglich war, daß ein Mensch konnte ein so feines Gewebe sein undohnerachtet so vieler Gründe des Verderbens noch solange dauern.Nachdem ich auch endlich mich belehrt habe, daß soviel Einheitund Harmonie darum möglich sei, weil ein Wesen da ist, welchesnebst den Gründen der Wirklichkeit auch die von aller Möglichkeitenthält, so hebt dieses noch nicht den Grund der Bewunderungauf. Denn man kann sich zwar durch die Analogie dessen, wasMenschen ausüben, einigen Begriff davon machen, wie ein Wesendie Ursache von etwas Wirklichem sein könne, nimmermehr aber,wie es den Grund der inneren Möglichkeit von anderen Dingenenthalte, und es scheint, als wenn dieser Gedanke viel zu hoch steigt,als daß ihn ein erschaffenes Wesen erreichen könnte.

Dieser hohe Begriff der göttlichen Natur, wenn wir sie nachihrer Allgenugsamkeit gedenken, kann selbst in dem Urtheil über dieBeschaffenheit möglicher Dinge, wo uns unmittelbar Gründe derEntscheidung fehlen, zu einem Hülfsmittel dienen, aus ihr als einemGrunde auf fremde Möglichkeit, als eine Folge zu schließen. Esist die Frage: ob nicht unter allen möglichen Welten eine Steige-rung ohne Ende in den Graden der Vollkommenheit anzutreffen sei,da gar keine natürliche Ordnung möglich ist, über die nicht noch einevortrefflichere könne gedacht werden; ferner, wenn ich auch hierineine höchste Stufe zugäbe, ob nicht wenigstens selbst verschiedene