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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
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1. Abth. 2. Betracht. Von der inneren Möglichkeit-

Allein, ohne uns in die Prüfung des Satzes selber: daß Alles,was da ist, irgendwo oder irgendwcnn sein müsse, einzulassen, sogehören diese Prädicate noch immer auch zu blos möglichen Dingen.Denn so könnte an manchen bestimmten Orten mancher Mensch zueiner gewissen Zeit existiren, dessen alle Bestimmungen der Allwis-sende, sowie sie ihm beiwohnen würden, wenn er existirte, wohlkennt, und der gleichwohl wirklich nicht da ist; und der ewige JudeAshasverus nach allen Ländern, die er durchwandern, oder allenZeiten, die er durchleben soll, ist ohne Zweifel ein möglicher Mensch.Man wird doch hoffentlich nicht fordern, daß das Irgendwo undIrgendwcnn nur dann ein zureichendes Merkmal des Daseins sei,wenn das Ding wirklich da oder alsdenn ist, denn da würde manfordern, daß dasjenige schon cingeräumt werde, was man sich an-heischig macht, durch ein taugliches Merkmal von selber kenntlichzu machen.

Zweite Betrachtung.

Von der inneren Möglichkeit, insofern sie ein Daseinvoraussctzt.

1 .

Nöthige Unterscheidung bei dem Begriffe der Möglichkeit.

Alles, was in sich selbst widersprechend ist, ist innerlich un-möglich. Dieses ist ein wahrer Satz, wenn man es gleich dahingestellt sein läßt, daß es eine wahre Erklärung sei. Bei diesemWiderspruche aber ist klar, daß Etwas mit Etwas im logischenWiderstreit stehen müsse, das ist, dasjenige verneinen müsse, wasin ebendemselben zugleich bejaht ist. Selbst nach dem HerrnErusius, der diesen Streit nicht blos in einen inneren Widerspruchsetzt, sondern behauptet, daß er überhaupt durch den Verstand nacheinem ihm natürlichen Gesetze wahrgenommen werde, ist im Un-möglichen allemal eine Verknüpfung eines Etwas, was gesetzt, mitEtwas, wodurch cs zugleich ausgehoben wird. Diese Repugnanz