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6 (1839) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie der Religion
Entstehung
Seite
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2V Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes.

tilcre Nachforschung aus einem unglücklich gekünstelten sonst sehrreinen Begriff irrige Schlüsse gezogen, die sich über einen der er-habensten Thcile der Wcltweisheit verbreitet haben.

Man erwarte nicht, daß ich mit einer förmlichen Erklärungdes Daseins den Anfang machen werde. Es wäre zu wünschen,daß man dieses niemals thäte, wo es so unsicher ist, richtig erklärtzu haben, und dieses ist cs öfter, als man wohl denkt. Ich werdeso verfahren, als Einer, der die Definition sucht und sich zuvor vondemjenigen versichert, was man mit Gewißheit bejahend oder ver-neinend von dem Gegenstände der Erklärung sagen kann, ob ergleich noch nicht ausmacht, worin der ausführlich bestimmte Begriffdesselben bestehe. Lange vorher, ehe man eine Erklärung von seinemGegenstände wagt, und selbst dann, wenn man sich gar nicht ge-traut sie zu geben, kann man viel von derselben Sache mit grös-ster Gewißheit sagen. Ich zweifle, daß Einer jemals richtig erklärthabe, was der Raum sei. Allein, ohne mich damit einzulassen,bin ich gewiß, daß, wo er ist, äußere Beziehungen sein müssen, daßer nicht mehr, als drei Abmessungen haben könne u. s. w. EineBegierde mag sein, was sie will, so gründet sie sich auf irgendeine Vorstellung, sie setzt eine Lust an dem Begehrten voraus u. s. f.Oft kann aus diesem, was man vor aller Definition von der Sachegewiß weiß, das, was zur Absicht unserer Untersuchung gehört, ganzsicher hergeleitet werden, und man wagt sich alsdenn in unnöthigeSchwierigkeiten, wenn man sich bis dahin »ersteigt. Die Mctho-densucht, die Nachahmung des Mathematikers, der auf einer wohl-gebahnten Straße sicher fortschreitet, auf dem schlüpfrigen Bodender Metaphysik hat eine Menge solcher Fehltritte veranlaßt, die manbeständig vor Augen sieht, und doch ist wenig Hoffnung, daß mandadurch gewarnt und behutsamer zu sein lernen werde. DieseMethode ist es allein, kraft welcher ich einige Aufklärungenhoffe, die ich vergeblich bei Anderen gesucht habe; denn wasdie schmeichelhafte Vorstellung anlangt, die man sich macht,daß man durch größere Scharfsinnigkeit es besser, als Anderetreffen werde, so versteht man wohl, daß jederzeit Alle so geredet

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