Erste Abtheilung.
Worin
der Beweisgrund zur Demonstration desDaseins Gottes geliefert wird.
Erste Betrachtung.
Vom Dasein überhaupt.
^ie Regel der Gründlichkeit erfordert es nicht allemal, daßselbst im tiefsinnigsten Vortrage ein jeder vorkommender Begriff ent-wickelt oder erklärt werde; wenn man nämlich versichert ist, daßder blos klare gemeine Begriff in dem Falle, da er gebraucht wird,keinen Mißverstand veranlassen könne; so wie der Meßkünstler diegeheimsten Eigenschaften und Verhältnisse des Ausgedehnten mit dergrößten Gewißheit aufdeckt, ob er sich gleich hiebei lediglich des ge-meinen Begriffs vom Raum bedient, und wie selbst in der aller-tiefsinnigsten Wissenschaft das Wort Vorstellung genau genugverstanden und mit Zuversicht gebraucht wird, wiewohl seine Be-deutung niemals durch eine Erklärung kann aufgelöst werden.
Ich würde mich daher in diesen Betrachtungen nicht bis zurAuflösung des sehr einfachen und wohlverstandnen Begriffs desDaseins versteigen, wenn nicht hier gerade der Fall wäre, wo dieseVerabsäumung Verwirrung und wichtige Jrrthümer veranlassen kann.Es ist sicher, daß er in der übrigen ganzen Wcitweisheit so unent-wickelt, wie er im gemeinen Gebrauch vorkommt, ohne Bedenkenkönne angebracht werden, die einzige Frage vom absolut nothwen-digen und zufälligen Dasein ausgenommen; denn hier hat eine sub-
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