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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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458 3»m ewigen Frieden.' 2. Abschn.

bösen Princip in uns selbst in die Augen zu sehen und seine Arg-list zu besiegen.

In der That kann der politische Moralist sagen: Regent undVolk, oder Volk und Volk thun einander nicht Unrecht, wennsie einander gewaltthätig vder hinterlistig befehden, ob sie zwar über-haupt darin Unrecht thun, daß sie dem Rechtsbegriffe, der alleinden Frieden auf ewig begründen konnte, alle Achtung versagen. Dennweil der Eine seine Pflicht gegen den Anderen Übertritt, der geradeebenso rechtswidrig gegen jenen gesinnt ist, so geschieht ihnen bei-derseits ganz recht, wenn sie sich untereinander aufreiben, doch so,daß von 'dieser Race immer noch genug übrig bleibt, um diesesSpiel bis zu den entferntesten Zeiten nicht aufhören zu lassen, da-mit eine späte Nachkommenschaft an ihnen dereinst ein warnendesBeispiel nehme. Die Vorsehung im Laufe der Welt ist hiebei ge-rechtfertigt; denn das moralische Princip im Menschen erlöscht nie,die, pragmatisch, zur Ausführung der rechtlichen Ideen nach jenemPrincip tüchtige Vernunft wächst noch dazu beständig durch immerfortschreitende Cultur, mit.ihr aber auch die Schuld jener Übertre-tungen. Die Schöpfung allein: daß nämlich ein solcher Schlagvon verderbten Wesen überhaupt hat auf Erden sein sollen, scheintdurch keine Theodicee gerechtfertigt werden zu können, (wenn wirannehmen, daß es mit dem Menschengeschlechte nie besser bestelltsein werde, noch könne;) aber dieser Standpunct der Bcurtheilungist für uns viel zu hoch, als daß wir unsere Begriffe (von Weis-heit) der obersten uns unerforschlichen Macht in theoretischer Absichtunterlegen könnten. Zu solchen verzweifelten Folgerungen wer-den wir unvermeidlich Hingetrieben, wenn wir nicht annehmcn, diereinen Rechtsprincipien haben objective Realität, d. i. sie lassen sichaussühren; und darnach müsse auch von Seiten des Volks imStaate, und weiterhin von Seiten der Staaten gegen einander ge-handelt werden; die empirische Politik mag auch dagegen einwenden,was sie wolle. Die wahre Politik kann also keinen Schritt thun,ohne vorher der Moral gehuldigt zu haben, und obzwar Politikfür sich selbst eine schwere Kunst ist, so ist hoch Vereinigung dersel-