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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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Desiiiitivattikel ^um ewigen Frieden. Zusatz 1-

der Religionen*), die zwar den Hang zum wechselseitigen Hasseund Vorwand zum Kriege bei sich führt, aber doch bei anwach-sender Cultur und der allmähligen Annäherung der Menschen zugrößerer Einstimmung in Principien, zum Einverständnisse in einemFrieden leitet, der nicht, wie jener Despotismus (aus dem Kirch-hofe der Freiheit,) durch Schwächung aller Kräfte, sondern durchihr Gleichgewicht, im lebhaftesten Wetteifer derselben, hervorgebrachtund gesichert wird.

3. Sowie die Natur weislich die Völker trennt, welche der Willejedes Staats, und zwar selbst nach Gründen des Völkerrechts, gernunter sich durch List oder Gewalt vereinigen möchte; so vereinigtsie auch andererseits Völker, die der Begriff des Wellbürgerrechtsgegen Gewalthätigkcit und Krieg nicht würde gesichert haben, durchden wechselseitigen Eigennutz. Es ist der Handelsgeist, der mitdem Kriege nicht zusammen bestehen kann, und der früher oderspäter sich jedes Volks bemächtigt. Weil nämlich unter allen, derStaatsmacht untergeordneten Mächten (Mitteln) die Geld machtwohl die zuverlässigste sein möchte, so sehen sich Staaten, (freilichwohl nicht eben durch Triebfedern der Moralität) gedrungen, den edlenFrieden zu befördern, und wo auch immer in der Welt Krieg auSzubre-chen droht, ihn durch Vermittelungen abzuwehren, gleich als ob sie deshalb' im beständigen Bündnisse ständen; denn große Vereinigungen zum Kriegekönnen, der Natur der Sache nach, sich nur höchst selten zutragen und

noch seltener glücken.-Auf die Art garantirt die Natur, durch den

Mechanismus in den menschlichen Neigungen selbst, den ewigen Frie-den; freilich mit einer Sicherheit, die nicht hinreichend ist, die Zu-

*) Verschiedenheit der Religionen: ein wunderlicher Ausdruck!gerade, als ob man auch von verschiedenen Moralen spräche. Es kannwohl verschiedene Glaubensarten historischer, nicht in die Religion, son-dern in die Geschichte der zu ihrer Beförderung gebrauchten, ins Feld derGelehrsamkeit einschlagender Mittel und ebenso verschiedene Religions-bücher (Zendavesta, Vedam, Koran u. s. w.) geben, aber nur eineeinzige, für alle Menschen und in allen Zeiten gültige Religion. Zenealso können wohl nichts Anderes, als nur das Vehikel der Religion, waszufällig ist und nach Verschiedenheit der Zeiten und Oerter verschieden seinkann, enthalten-