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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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408
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408 Ueberd.Gemeinspc.: das mag in d. Theorie richtig sein u.s.w.

ein solcher Zustand eines allgemeinen Friedens, (wie es mit über-großen Staaten wohl auch mehrmalen gegangen ist,) auf einer an-deren Seite der Freiheit noch gefährlicher, indem er den schrecklich-sten Despotismus herbeiführt, so muß sie diese Noth doch zu einemZustande zwingen, der zwar kein weltbürgerlichcs gemeines Wesenunter einem Oberhaupt, aber doch ein rechtlicher Zustand der Födera-tion nach einem gemeinschaftlich verabredeten Völkerrecht ist.

Denn da die fortrückende Cultur der Staaten mit dem zugleichwachsenden Hange, sich auf Kosten der Anderen durch List oderGewalt zu vergrößern, die Kriege vervielfältigen, und durch immer(bei bleibender Löhnung) vermehrte, auf stehendem Fuß und in Diszi-plin erhaltene, mit stets zahlreicheren Kricgsinstrumenten verseheneHeere immer höhere Kosten verursachen muß; indcß die Preisealler Bedürfnisse fortdauernd wachsen, ohne daß ein ihnen propor-tionirter fortschreitender Zuwachs der sie vorstellenden Metalle ge-hofft werden kann; kein Friede auch so lange dauert, daß das Er-sparniß während demselben dem Kostenaufwand für den nächstenKrieg gleich käme, wowider die Erfindung der Staatsschulden zwarein sinnreiches, aber sich selbst zuletzt vernichtendes Hülfsmittel ist;so muß, was guter Wille hätte thun sollen, aber nicht that, end-lich die Ohnmacht bewirken: daß ein jeder Staat in seinem Innerenso organisirt werde, daß nicht das Staatsoberhaupt, dem der Krieg,'(weil er ihn auf eines Anderen, nämlich des Volks, Kosten führt,)eigentlich nichts kostet, sondern das Volk, dem er selbst kostet, dieentscheidende Stimme habe, ob Krieg sein solle oder nicht, (wozufreilich die Realisirung jener Idee des ursprünglichen Vertrags noth-wendig vorausgesetzt werden muß,) Denn dieses wird es wohl blei-ben lassen, aus bloser Vergrößerungsbegierde, oder um vermeinter,blos wörtlicher Beleidigungen willen sich in Gefahr persönlicherDürftigkeit, die das Oberhaupt nicht trifft, zu versetzen. Und sowird auch die Nachkommenschaft, (auf die keine von ihr unverschul-deten Lasten gewälzt werden,) ohne daß eben Liebe zu derselben,sondern nur Selbstliebe jedes Zeitalters die Ursache davon sein darf,immer zum Besseren, selbst im moralischen Sinn, sortschreiten kön-