406 Ueber den Gememspr.: das mag in der Theorie richtig sein u- s. w.
geblichen Arbeit abzulassen; so kann ich doch, so lange diesesnur nicht ganz gewiß gemacht werden kann, die Pflicht (als daslignülum) gegen die Klugheitsregel, aufs Unthunliche nicht hin-.zuarbeiten, (als das illi^uielum, weil es blose Hypothese ist,) nichtvertauschen; und so ungewiß ich immer sein und bleiben mag, obfür das menschliche Geschlecht das Bessere zu hoffen sei, so kanndieses doch nicht der Maxime, mithin auch nicht der nothwendigenVoraussetzung derselben in praktischer Absicht, daß es thunlich sei,Abbruch thun.
Diese Hoffnung besserer Zeiten, ohne welche eine ernstliche Be-gierde, etwas dem allgemeinen Wohl Ersprießliches zu thun, nie dasmenschliche Herz erwärmt hätte, hat auch jederzeit auf die Bearbei-tung der Wohldenkenden Einfluß gehabt; und der gute Mendels-sohn mußte doch auch darauf gerechnet haben, wenn er für Auf-klärung und Wohlfahrt der Nation, zu welcher er gehörte, so eifrigbemüht war. Denn selbst und für sich allein sie zu bewirken, wennnicht Andere nach ihm auf derselben Bahn weiter fort gingen,konnte er vernünftiger Weise nicht hoffen. Bei dem traurigen An-blick, nicht sowohl der Uebel, die das menschliche Geschlecht ausNaturursachen drücken, als vielmehr derjenigen, welche die Menschensich unter einander selbst anthun, erheitert sich doch das Gemüthdurch die Aussicht, es könne künftig besser werden; und zwar mituneigennützigem Wohlwollen, wenn wir längst im Grabe sein unddie Früchte, die wir zum Theil selbst gesäet haben, nicht cinerndtenwerden. Empirische Beweisgründe wider das Gelingen dieser aufHoffnung genommenen Entschließungen richten hier nichts aus.Denn daß dasjenige, was bisher noch nicht gelungen ist, darumauch nie gelingen werde, berechtigt nicht einmal, eine pragmatischeoder technische Absicht, (wie z. B. die der Luftfahrten mit aerosta-tischen Bällen,) aufzugebcn; noch weniger aber eine moralische,welche, wenn ihre Bewirkung nur nicht demonstrativ-unmöglich ist,Pflicht wird. Ueberdem lassen sich manche Beweise geben, daß dasmenschliche Geschlecht, im Ganzen, wirklich in unserem Zeitalter,in Vergleichung mit allen vorigen, ansehnlich moralisch zum selbst