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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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378 Ueber d. Gemeinspr.: das mag in d. Theorie richtig sein u. s. w.

Wenn abcr Hr. Garve zuletzt sagt:Solche feine Unterschiededcx Ideen verdunkeln sich schon im Nachdenken über particu-läre Gegenstände; abcr sie verlieren sich gänzlich, wenn esaufs Handeln ankömmt, wenn sie aus Begierden und Absichtenangewandt werden sollen. Je einfacher, schneller und von klarenVorstellungen entblößter der Schritt ist, durch den wir vonder Betrachtung der Motive zum wirklichen Handeln übergehen;desto weniger ist es möglich, das bestimmte Gewicht, welches jedesMotiv hinzugethan hat, den Schritt so und nicht anders zu leiten,genau und sicher zu erkennen," so muß ich ihm laut und eifrigwidersprechen.

Der Begriff der Pflicht in seiner ganzen Reinigkeit ist nichtallein ohne allen Vergleich einfacher, klärer, für Jedermann zumpraktischen Gebrauch faßlicher und natürlicher, als jedes von derGlückseligkeit hergenommene, oder damit und mit der Rücksicht aufsie vermengte Motiv, (welches jederzeit viel Kunst und Ueberlegungerfordert;) sondern auch in dem Urtheile selbst der gemeinsten Men-schenvernunft, wenn er nur an dieselbe, und zwar mit Absonderung,ja sogar in Entgegensetzung mit diesem an den Willen der Menschengebracht wird, bei Weitem kräftiger, eindringender und Erfolgversprechender, als alle von dem letzteren eigennützigen Princip entlehnteBewegungsgründe. Es sei z. B. der Fall: daß Jemand einanvertrautes fremdes Gut (llepositum) in Händen habe, dessenEigenthümer todt ist, und daß die Erben desselben davon nichtswissen, noch je etwas erfahren können. Man trage diesen Fall selbsteinem Kinde von etwa acht oder neun Jahren vor; und zugleich,daß der Inhaber dieses Depositums (ohne sein Verschulden) geradeum diese Zeit in gänzlichen Verfall seiner Glücksumstände gerathen,eine traurige, durch Mangel niedergedrückte Familie von Frau undKindern um sich sehe, aus welcher Noth er sich augenblicklich ziehen

Lern,) folglich nur aus moralisch-praktischen geführt werde» kann; so mußman sich wundern, warum Hr. Garve nicht zum Begriffe der Freiheit seineZuflucht nahm, um wenigstens die Möglichkeit solcher Zmpcralwc» zu rette».