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zur Sitlenlchre für alle Menschen. Thl. I. 3i>
keine andere Absicht, als den Zweck der Besserung. — Auflösungder Schwierigkeit, wie Gott der Urheber der Sünde sein könne. —Lugend und Laster sind nicht wesentlich unterschieden."(Hier ist wicder der sonst angenommene specifische Unterschied in blosenUnterschied den Graden nach verwandelt.) Tugend ohne Lasterkann nicht bestehen, und diese sind nur Gclegenheitsgründe, besserzü werden, (also eine Stufe höher zu kommen.) Die Menschenkönnen sich über das, was sie Tugend nennen, nicht vergleichen,außer über die, ohne welche keine menschliche Wohlfahrt möglich ist,das ist die allgemeine Tugend; aber von dieser abzuweichen, istden Menschen schlechterdings unmöglich, und der, so davon abweicht,ist nicht lasterhaft, sondern aberwitzig. Der Mensch, der ein allge-meines Laster beginge, würde wider die Selbstliebe handeln, welchesunmöglich ist. Folglich ist die Bahn der allgemeinen Tugend soeben, so gerade und an beiden Seiten so verzäunt, daß alle Men-schen schlechterdings darauf bleiben müssen. Es ist nichts, als diebesondere Stimmung jedes Menschen, welche unter ihnen hierineinen Unterschied macht; wenn sie ihre Standorte verwechselten, sowürde einer ebenso handeln, wie der andere. Moralisch gut undböse bedeuten nichts weiter, als einen höheren oder niedrigeren Gradvon Vollkommenheit. Menschen sind in Vergleichung gegen Engel,und diese gegen — Gott lasterhaft. Daher, weil keine Freiheit ist,sind alle rächenden Strafen ungerecht, vorzüglich Todesstrafen, anderen Stelle nichts, als Erstattung und Besserung, keineswcges aberblosc Warnung die Absicht der Strafgesetze ausmachen müsse. Lobwegen einer ersprießlichen That crtheilen, zeigt wenig Menschenkennt-nis; an; der Mensch war eben so gut dazu bestimmt und aufgezo-gen, als der Mordbrenner ein Haus anzuzünden. Lob hat nurdie Absicht, um den Urheber und Andere zu ähnlichen guten Lha-len aufzumuntern.
Diese Lehre von der Nothwendigkeit nennt der Verfasser eineselige Lehre, und behauptet, daß durch sie die Sittenlehre aller-erst ihren eigentlichen Werth erhalte, wobei er gelegentlich anmerkt,daß gewisse Lehrer, die es so leicht vormalen, bei Verbrechen sich