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Necension von Schulz's Versuch einer Anleitung
dern nur wie das Kleinere vom Größeren; kein absoluter Irr-,. thum findet Statt, sondern jede Erkenntmß, zu der Zeit, da sicbeim Menschen entsteht, ist für ihn wahr. Zurechtweisung ist nurHinzuthuung der Vorstellungen, die vordem noch fehlten, und vor:malige Wahrheit wird in der Folge durch den blosen Fortgang derErkenntmß in Jrrthum verwandelt. Unsere Erkenntmß ist, gegendie eines Engels, lauter Jrrthum; die Vernunft kann nicht irren;jeder Kraft ist ihr Geleise vorgezeichnet. Die Verurteilung derVernunft durch sich selbst geschieht auch nicht alsdann, wenn manurtheilt, sondern hinterher, wenn man schon auf einer anderen Stelleist und mehr Kenntnisse sich erworben hat. Ich soll nicht sagen,ein Kind — irrt, — sondern es versteht es noch nicht so gut, alses künftig verstehen wird; es ist ein kleineres Urlheil. Weisheit undThorheit, Wissenschaft und Unwissenheit verdienen also nicht Lob,nicht Tadel; sie sind blos als allmählige Fortschritte der Natur an-zusehen , in Ansehung deren ich nicht frei bin. — Was den Willenbetrifft, so sind alle Neigungen und Triebe in einem einzigen, näm-lich der Selbstliebe enthalten, in Ansehung deren aber ein jederMensch seine besondere Stimmung hat, die doch auch von einerallgemeinen Stimmung niemals abwcichen kann- Die Selbstliebewird jedesmal durch alle Empfindungen zusammen bestimmt, dochso, daß entweder die dunklere oder die deutlichere daran den größtenAntheil haben. Es gibt also keinen freien Willen, sonderndieser steht unter dem strengen Gesetze der Nothwendigkcit; dochwenn die Selbstliebe durch gar keine deutlichen Vorstellungen, son-dern blos durch Empfindung bestimmt wird, so nennt man diesunfreie Handlungen. Alle Reue ist nichtig und ungereimt; dennder Verbrecher beurtheilt seine That nicht aus seiner vorigen, son-dern gegenwärtigen Stimmung, die zwar freilich, wenn sie damalsStatt gesunden halte, die That würde verhindert haben, wovonaber fälschlich vorausgesetzt wird, daß sie solche auch hätte verhin-dernsollen, da sie im vorigen Zustande wirklich nicht anzutreffen war. DieReue ist blos eine mißverstandene Vorstellung, wie man künftigbesser handeln könne, und in der That hat die Natur hiebei