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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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Die ethische Didaktik. Bruchstück eines moral. Katechismus. 325

Der Lehrer. Wie nennt man diese unmittelbar durch dieVernunft dem Menschen auferlegte Nothwendigkeit, einem Gesetzederselben gemäß zu handeln?

Der Schüler. Sie heißt Pflicht.

Der Lehrer. Also ist dem Menschen die Beobachtung seinerPflicht die allgemeine und einzige Bedingung der Würdigkeit,glücklich zu sein, und diese ist mit jener ein und dasselbe.Wenn wir uns aber auch eines solchen guten und thätigen Wil-lens, durch den wir uns würdig, (wenigstens nicht unwürdig)halten, glücklich zu sein, auch bewußt sind, können wir daraufauch die sichere Hoffnung gründen, dieser Glückseligkeit kheilhaftigzu werden?

Der Schüler. Nein! darauf allein nicht; denn es stehtnicht immer in unserem Vermögen, sie uns zu verschaffen, undder Lauf der Natur richtet sich auch nicht so von selbst nach demVerdienst, sondern das Glück des LebenS, (unsere Wohlfahrtüberhaupt) hangt von Umständen ab, die bei Weitem nicht allein des Menschen Gewalt sind. Also bleibt unsere Glückseligkeitimmer nur ein Wunsch, ohne daß, wenn nicht irgend eine andereMacht hinzukommt, dieser jemals Hoffnung werden kann.

Der Lehrer. Hat die Vernunft wohl Gründe für sich, einesülche, die Glückseligkeit nach Verdienst und Schuld der Men-sehen austheilende, über die ganze Natur gebietende und die Weltmit höchster Weisheit regierende Macht als wirklich anzunehmen,d. i. an Gott zu glauben?

Der Schüler. Za; denn wir sehen an den Werken derNatur, die wir beurtheilen können, so ausgebreitete und tiefeWeisheit, die wir uns nicht anders, als durch eine unaussprechlichgroße Kunst eines Weltschöpfers erklären können, von welchemwir uns denn auch, was die sittliche Ordnung betrifft, in derdoch die höchste Zierde der Welt besteht, eine nicht minder weiseRegierung zu versprechen Ursache haben: nämlich daß, wenn wiruns nicht selbst der Glückseligkeit unwürdig machen, wel-ches Durch Uedertr^rung unserer Pflicht geschieht, wir auch hoffenkönnen, ihrer theilhaftig zu werden.

Zn dieser Katechese, welche durch alle Artikel der Luyendund des Lasters ducchgrsührl werden muß, ist die gröple Auj-tuecksamkeit darauf zu richten. Daß daö Pstichtgebot ja nicht aus