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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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LSI Tugendlehre. Eth. Elementar!. II. V. I. Hptst. l-Abschn.

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Theilnehmende Empfindung ist überhaupt Pflicht.

tz. 34.

Mitfreude und Mitleid (sz'mpatllia moralis) sind zwarsinnliche Gefühle einer (darum ästhetisch zu nennenden) Lust oderUnlust an dem Zustande des Vergnügens sowohl, als SchmerzensAnderer (Mitgefühl, theilnehmende Empfindung), wozu schon dieNatur in den Menschen die Empfänglichkeit gelegt hat. Aber dieseals Mittel zu Beförderung des thätigen und vernünftigen Wohl-wollens zu gebrauchen, ist noch eine besondere, obzwar nur bedingtePflicht, unter dem Namen der Menschlichkeit (llumanitas);weil hier der Mensch nicht blos als vernünftiges Wesen, sondern auchals mit Vernunft begabtes Thier betrachtet wird. Diese kann nunin dem Vermögen und Willen, sich einander in Ansehung seinerGefühle mitzutheilen (dumsnitss practica), oder blos in derEmpfänglichkeit für das gemeinsame Gefühl des Vergnügensoder Schmerzens (kumanltas sestlleties), was die Natur selbstgibt, gesetzt werden. Das erstere ist frei, und wird daher theil-nehmend genannt (commuvio sentienä! libera) und gründet sichauf praktische Vernunft; das zweite ist unfrei (commuirio sen-tienäi necessaria) und kann mittheilend, (wie die der Wärmeoder ansteckender Krankheiten,) auch Mitleidenschaft heißen; weil siesich unter nebeneinander lebenden Menschen natürlicher Weise ver-breitet. Nur zu dem ersten gibts Verbindlichkeit.

Es war eine erhabene Vorstellungsart des Weisen, wie ihnsich der Stoiker dachte, wenn er ihn sagen ließ: ich wünsche mireinen Freund, nicht der mir in Armuth, Krankheit, in der Gefan-genschaft u. s. w. Hülfe leiste, sondern, damit ich ihm beistehenund einen Menschen retten könne; und gleichwohl spricht ebenderselbeWeise, wenn sein Freund nicht zu retten ist, zu sich selbst: wasgehts mich an? d. i. er verwarf die Mitleidenschaft.

In der That, wenn ein Anderer leidet und ich mich durch sei-nen Schmerz, dem ich doch nicht abhelfen kann, auch (vermittelst